Porsche-Strategie 2035: Neuer Supersportwagen kommt!
Porsche stellt sich neu auf, und für Fans bringt der Umbau gute Nachrichten. In Weissach skizzierte Vorstandschef Michael Leiters, wie Zuffenhausen bis 2035 wieder zu alter Stärke finden will: mit elektrischen Boxster- und Cayman-Modellen ab 2027, einem neuen Macan mit Verbrennungsmotor ab 2028 und einer völlig neuen Baureihe oberhalb des 911. Einen ersten Ausblick auf diesen Mittelmotor-Supersportwagen zeigt Porsche bereits am 15. Oktober. Der Projektname: Mission S.
Hinter Porsche liegen unruhige Monate. Der Gewinn brach ein, Porsche korrigierte seine Elektrostrategie, und rund 9.000 Stellen fallen weg. Am 7. Oktober 2026 präsentierte das Unternehmen Investoren im Entwicklungszentrum Weissach nun seinen Plan für die kommenden Jahre. Der Titel klingt nach Werkstatt statt Konzernzentrale: „Sportwagenschmiede ’35“.
Der Name soll Programm sein. Porsche will in jedem Segment, in dem die Marke antritt, das sportlichste Auto anbieten. Die Gene des 911 sollen künftig in allen Baureihen noch deutlicher durchschlagen. „Der Begriff ‚Sportwagenschmiede‘ ist bewusst gewählt“, erklärte Leiters. Er stehe für den Anspruch auf die sportlichsten Fahrzeuge, aber auch für handwerkliches Können und bodenständiges Denken.
Bis 2030 plant Porsche mindestens eine markenprägende Neuheit pro Jahr. Die wichtigsten Modelle zeichnen sich bereits ab.
Boxster und Cayman ab 2027 elektrisch
Den Anfang machen die vollelektrischen Nachfolger von 718 Boxster und Cayman. Sie kommen 2027 auf den Markt. Der Verbrenner-Boxster verschwand bereits im Sommer 2024 aus dem deutschen Angebot, die Lücke im Einstiegsbereich schließt sich also endlich - wenn auch elektrisch.
Ganz verabschieden müssen sich Fans vom Verbrennungsmotor im Mittelmotor-Roadster womöglich nicht. Porsche hält ausdrücklich am Dreiklang aus Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb fest und kündigte Investitionen in neue, markenprägende Verbrenner- und Hybridmotoren an. Laut auto motor und sport rechnen Beobachter damit, dass auch die neue 718-Generation in ihren Topversionen wieder Verbrenner bekommt.
Computerretusche: So könnte der elektrische Porsche Boxster 2027 aussehen.
Verbrenner-Macan ab 2028
2028 stellt Porsche ein neues kompaktes SUV vor. Es fährt mit Verbrennungsmotor oder als Plug-in-Hybrid und ergänzt den aktuellen Macan Electric, statt ihn zu ersetzen. Viele Fachmedien sehen darin den Nachfolger des Verbrenner-Macan, den Porsche 2024 in Europa einstellte.
Das Modell soll ab 2029 kräftig zu Umsatz und Gewinn beitragen. Kein Wunder: Der Macan mit Benzinmotor zählte über Jahre zu den absatzstärksten Porsche-Modellen.
Hier sind wir als Petrolheads den elektrischen Macan gefahren.
Der ausgelaufene Verbrenner-Macan war ein Bestseller und erhält deshalb 2028 einen Nachfolger.
Ein SUV oberhalb des Cayenne?
Größer und teurer könnte es ebenfalls werden. Porsche prüft ein SUV oberhalb des Cayenne. Im September 2025 hatte das Unternehmen eine solche Baureihe noch fest angekündigt, zunächst mit Verbrenner und Plug-in-Hybrid. Jetzt formuliert Porsche vorsichtiger. Eine Entscheidung steht offenbar noch aus.
Mission S: Ein Supersportwagen über dem 911
Die spannendste Nachricht für Enthusiasten: Porsche entwickelt eine Plattform für einen Mittelmotor-Supersportwagen. Darauf soll eine eigene Modellreihe oberhalb des 911 entstehen, also nicht nur ein einzelnes limitiertes Hypercar.
Mit dem Carrera GT und dem 918 Spyder baute Porsche bereits zwei legendäre Mittelmotor-Supersportwagen, beide allerdings in kleinen Stückzahlen. 2023 zeigte die Marke mit der Studie Mission X, wie ein elektrischer Nachfolger aussehen könnte. Eine Serienversion folgte nicht.
Am 15. Oktober will Porsche einen ersten Ausblick auf die neue Plattform geben, unter dem Namen Mission S. Zu Antrieb, Leistung oder Preis schweigt das Unternehmen bisher. Die Bezeichnung „Mittelmotor-Supersportwagen“ heißt aber zwingend: Der Wagen bekommt einen Verbrennungsmotor. Wie beim 918 Spyder ist eine Kombination mit einem oder mehreren Elektromotoren wahrscheinlich.
Einen kurzes Teaser-Video der Mittelmotor-Supersportwagen-Studie zeigt Porsche auf YouTube:
Mehr Sonderwunsch, mehr Manthey, mehr 911
Auch im bestehenden Programm dreht Porsche an der Exklusivität. Der 911 bekommt zusätzliche, besonders emotionale Varianten. Das Sonderwunsch-Programm, über das Kunden ihr Auto bis ins Detail nach eigenen Vorstellungen fertigen lassen, baut Porsche deutlich aus. Der Umsatz in diesem Bereich soll sich mittelfristig versechsfachen.
Unter dem Namen „Home of Sports Cars“ bündelt Porsche künftig drei Bereiche: Performance, Exklusivität mit Sonderwunsch und Exclusive Manufaktur sowie die Pflege der Markengeschichte. Am Tuning-Spezialisten Manthey vom Nürburgring hält Porsche inzwischen 67 Prozent. Gemeinsam wollen beide mehr Performance-Kits, Erlebnisse auf der Rennstrecke und Kleinserien entwickeln.
Gleichzeitig streicht Porsche rund ein Fünftel seiner Modellvarianten. Wer heute zwischen unzähligen Versionen eines Modells wählt, findet künftig eine kleinere, klarer sortierte Auswahl.
Hier haben wir den aktuell teuersten 911, den Turbo S in den Alpen getestet.
Die Sonderwunsch-Kapazitäten werden ausgebaut, mehr Kunden können Projekte wie diesen 911 S/T realisieren.
So will Porsche wieder mehr verdienen
Neue Modelle allein reichen nicht. Porsche will vor allem günstiger arbeiten und an jedem Auto mehr verdienen. Die wichtigsten Hebel:
Weniger Personal: Rund 9.000 Stellen fallen sozialverträglich weg. Insgesamt soll die Belegschaft mittelfristig um ein Viertel schrumpfen, langfristig um 30 Prozent. Die Zahl der Führungspositionen sinkt um 40 Prozent. Im Gegenzug sichert Porsche der Stammbelegschaft ihre Standorte bis 2035 zu.
Teurere Topmodelle: Bei den Spitzenmodellen soll der durchschnittliche Verkaufspreis um rund 20 Prozent steigen. Laut finanzen.net heißt das für die 10.000 teuersten Fahrzeuge: von durchschnittlich 270.000 auf 330.000 Euro bis 2030.
Mehr Individualisierung: Kunden sollen mehr Extras ordern, das Sonderwunsch-Geschäft soll sechsmal so viel Umsatz bringen wie heute.
Weniger Varianten: Rund 20 Prozent weniger Modellvarianten, dafür rund 30 Prozent mehr verkaufte Autos je Variante.
Schneller entwickeln: Neue Baureihen sollen bis zu 20 Prozent weniger Entwicklungskosten verursachen. Porsche Engineering und Porsche Digital verschmelzen zu Porsche Technologies.
Günstiger bauen: In der Produktion will Porsche die Personalkosten um bis zu 30 Prozent senken, unter anderem indem verschiedene Modelle auf derselben Linie entstehen.
Mehr Gleichteile: Neue Fahrzeuge sollen rund 10 Prozent weniger Materialkosten verursachen als bisher geplant. Dafür teilt Porsche mehr Bauteile innerhalb des Konzerns und arbeitet bei den Plattformen enger mit Audi zusammen.
Schlankerer Vertrieb: Porsche fasst seine fünf weltweiten Vertriebsregionen zu vier zusammen und will die Vertriebskosten um 20 Prozent senken.
Bessere Qualität: Eine Qualitätsoffensive soll die Garantiekosten um bis zu 45 Prozent drücken.
Konzentration aufs Kerngeschäft: Porsche verkaufte seine Anteile an Rimac und Bugatti Rimac, vereinbarte den Verkauf der Beratungstochter MHP und will Entwicklung und Produktion bei der Batteriezellentochter Cellforce, bei Porsche eBike Performance und bei Cetitec einstellen.
Unterm Strich soll Porsche schon mit weniger als 200.000 verkauften Autos pro Jahr Geld verdienen. Mittelfristig will das Unternehmen von jedem Euro Umsatz wieder 10 bis 15 Cent als operativen Gewinn behalten, langfristig 15 Cent.
In der Produktion will Porsche deutlich Kosten einsparen.
Fazit
Porsche zieht die Notbremse und richtet den Blick zugleich nach vorn. Für die Belegschaft bedeutet der Plan harte Einschnitte. Für Fans klingt er dagegen verheißungsvoll: elektrische Mittelmotor-Sportwagen ab 2027, ein Macan mit Verbrenner ab 2028, mehr exklusive 911-Varianten und eine neue Supersportwagen-Baureihe über dem Elfer. Ob Porsche den Spagat zwischen Sparkurs und Sportwagenleidenschaft schafft, entscheiden am Ende die Autos. Den ersten Hinweis liefert die Studie Mission S am 15. Oktober.
Was sagt ihr zu der neuen Strategie? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Porsche steht für Geschwindigkeit, Präzision und Performance. Doch welche Modelle erreichen den höchsten Topspeed, die schnellste Beschleunigung und den Rekord auf dem Nürburgring? Wir präsentieren die schnellsten Porsche aller Zeiten.