Manthey MR 30: Zwei Porsche-Rennwagen fürs Jubiläum

Manthey feiert Geburtstag, und zwar so, wie man es aus Meuspath erwarten darf: mit zwei kompromisslosen Rennwagen. Zum 30-jährigen Firmenjubiläum legt der Nordschleifen-Spezialist den Porsche 911 GT3 Cup MR 30 und den Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30 auf. Je 15 Exemplare entstehen, zusammen also genau 30 Fahrzeuge. Der Elfer bekommt erstmals einen 4,2-Liter-Boxer mit 560 PS, der Cayman verabschiedet sich als konsequenteste Ausbaustufe einer zehnjährigen Erfolgsgeschichte. Ihre Weltpremiere feiern beide heute, am 9. Oktober 2026, beim DTM-Finale in Hockenheim.

Wer Manthey kennt, weiß: Die Ingenieure aus der Eifel entwickeln nicht am Reißbrett, sondern auf der Nordschleife. Lösungen entstehen dort, wo Kundenteams und Werkseinsätze sie brauchen. Danach müssen sie sich im Rennbetrieb beweisen, bevor sie in Serie gehen.

Genau diesen Weg haben auch die beiden MR 30 genommen. Geschäftsführer Nicolas Raeder betont, dass die Fahrzeuge nicht für das Jubiläum entstanden seien, sondern für den Einsatz auf der Rennstrecke. Das Jubiläum liefert nur den Anlass, die Ergebnisse zweier Fahrzeuglinien als limitierte Sondermodelle anzubieten.

911 GT3 Cup MR 30: Mehr Hubraum, mehr Abtrieb

Die Basis bildet ein vollständig revidierter Porsche 911 GT3 Cup der Generation 992.1. Das Herzstück steckt im Heck: Manthey erweitert den wassergekühlten Sechszylinder-Boxer auf 4,2 Liter Hubraum und spendiert ihm eine Airbox aus Kohlefaser. Damit leistet der Cup MR 30 560 PS. Manthey bewirbt den Motor im Datenblatt als Premiere für den 911 GT3 Cup. Ein sequenzielles Sechsganggetriebe schickt die Kraft direkt an die Hinterachse.

Mit dem Motorumbau knüpft Manthey an die eigenen Anfänge an. Schon Olaf Manthey optimierte in frühen Projekten auf Basis von 996 und 997 die Triebwerke. Die spätere Cup-MR-Linie konzentrierte sich dagegen auf Aerodynamik, Fahrwerk, Kühlung und Balance. Sie zielte auf eine Leistungsstufe zwischen 911 GT3 Cup und 911 GT3 R. Der MR 30 vereint nun erstmals beide Ansätze.

Porsche 911 GT3 Cup MR 30 Heck

Der Porsche 911 GT3 Cup MR 30 Trägt einen auf 4,2 Liter vergrößerten Boxer im Heck.

Nordschleifen-Rundenzeit als Referenz

Das Aerodynamik- und Kühlerpaket hat seine Feuertaufe bereits hinter sich. Im Kundeneinsatz umrundete der zugrunde liegende Entwicklungsstand die 24,358 Kilometer lange NLS-Variante der Nordschleife in 7:58,605 Minuten, und das noch mit weniger Leistung.

Front mit Kotflügeln und Haube, Heckverkleidung, Radhausverbreiterungen, Heckdeckel und Heckflügel fertigt Manthey aus recyceltem Kohlefaserverbund. Ein Mittelkühler, wie ihn schon die Cup-MR-Generationen auf Basis von 991.1 und 991.2 trugen, verbessert die Abluftführung. Gleichzeitig schützt die zentrale Position den Kühler bei Rempeleien im dichten Feld.

Vergrößerte Lufteinlässe senken die Temperatur der Bremsen und verlängern so die Lebensdauer der Komponenten. Dazu kommen eine Frontverkleidung mit integriertem Unterboden, zusätzliche Flics und ein neuer Heckflügel mit größeren Endplatten. Seine neue Anbindung nimmt eine strömungsoptimierte Ansaugung auf, die Manthey bereits im 911 GT3 Cup MR (991.2) verwendete.

Porsche 911 GT3 Cup MR 30

Porsche 911 GT3 Cup MR 30: Mittelkühler und viel Carbon.

Breitere Spur und eigene Schmiederäder

Die verbreiterten Radhäuser schaffen Platz für 20 Millimeter mehr Spur vorn und 50 Millimeter hinten. Manthey schmiedet die Leichtbauräder im eigenen Haus. Sie sparen 3,8 Kilogramm. Ein einstellbares Gewindefahrwerk mit angepassten Federraten und eine modifizierte Kinematik an beiden Achsen runden das Paket ab.

Natürlich gibt es auch spezielle Jubiläumsdetails: Die Flügelendplatten tragen ein „30 Jahre Manthey“-Design, im Cockpit sitzt ein eigenes Jubiläumsbadge, und in den Sitz hat Manthey den Schriftzug eingestickt.

718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30: Der letzte Cayman

Der zweite Jubilar schließt ein Kapitel. Zehn Jahre lang prägte der Mittelmotor-Porsche das Rennwagengeschäft von Manthey. Alles begann mit dem Homologations-Kit für den ersten Cayman GT4 Clubsport (981), das dem Auto den Weg in GT4-Serien weltweit ebnete. Parallel rief Manthey die „Cayman GT4 Trophy by Manthey Racing“ ins Leben, heute als Porsche Endurance Trophy Nürburgring bekannt.

Es folgten der Trackday MR, der 718 Cayman GT4 RS Clubsport Leichtbau und zahlreiche Kundensportprojekte für die Nordschleife. Der MR 30 bündelt diese Erfahrung und markiert zugleich das Ende der Plattform.

Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30 Heck

Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30: Der letzte seiner Art.

Weniger Gewicht, mehr Abtrieb

Manthey setzt beim Cayman konsequent auf Leichtbau. Kotflügel mit Leichtbauscheinwerfern, Fronthaube mit Mittelkühlerentlüftung, Frontschürze, Frontsplitter, Heckschürze, Heckdeckel und Heckflügel bestehen aus Kohlefaser, die Heckscheibe aus Polycarbonat. Zusammen mit dem hauseigenen Radsatz drücken sie das Gewicht laut Manthey um 5,7 Kilogramm gegenüber dem Basisfahrzeug. Das hilft dem 500 PS starken Rennwagen, sein Potenzial voll auszuschöpfen.

Einen Diffusor aus Kohlefaser und zusätzliche Flics an der Front nutzt Manthey für mehr Abtrieb. Wie beim Elfer kühlt ein Mittelkühler den Motor. Die Bremsluftkanäle stammen aus der Entwicklung des 911 GT2 RS Clubsport EVO.

Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30: Konsequenter Leichtbau.

Seine Härte bewies das Konzept unter Extrembedingungen: Bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring fuhr es nach Angaben von Manthey unter die besten 20 im Gesamtklassement. Auch beim Cayman setzen Flügelendplatten mit „30 Years Anniversary“-Logo, ein Badge mit der jeweiligen Fahrzeugnummer und bestickte Kopfstützen die Jubiläumsakzente.

Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.

Weiß mit Rot, inspiriert von der Startnummer 911

Optisch verbindet Manthey Herkunft und Zukunft. Die Präsentationsfahrzeuge tragen eine weiße Basis mit roten Akzenten und einem neu interpretierten Stromlinienmotiv. Beim Cup MR 30 lackiert Manthey sogar die Rohkarosse weiß, nach dem Vorbild historischer Porsche-Rennwagen.

Als Vorlage diente die Jubiläumslackierung der Startnummer 911, die Manthey bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring einsetzte. Das Design soll laut Manthey künftige Einsätze und Entwicklungsprojekte mitprägen.

Jan-Helmut Brakhage, Leiter des Geschäftsbereichs Race Cars, nennt den Cayman die Speerspitze eines Fahrzeugkonzepts, das Manthey mitgestalten durfte. Mit dem Elfer führe man die Cup-MR-Linie konsequent fort. Beide Autos verkörpern für ihn den Fokus, den Manthey seit 30 Jahren verfolgt: „maximale Fahrbarkeit und pure Emotion“.

Porsche 911 GT3 Cup MR 30

Porsche 911 GT3 Cup MR 30 Jubiläumsdesign: Weiß mit rotem Stromlinien.

Kaufanfragen bis Ende Oktober

Wer einen der 30 Rennwagen in seiner Garage sehen will, muss schnell sein. Manthey nimmt Kaufanfragen bis zum 30. Oktober 2026 entgegen und verteilt die Fahrzeuge anschließend selbst. Die Auslieferung des Cayman beginnt im November 2026, der Elfer folgt ab dem ersten Quartal 2027.

Technische Daten

Porsche 911 GT3 Cup MR 30

  • Motor: Sechszylinder-Boxer mit Carbon-Airbox

  • Hubraum: 4.194 cm³

  • Leistung: 560 PS (412 kW)

  • Getriebe: sequenzielles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb

  • Räder: Manthey-Leichtbauräder, 18 Zoll

  • Reifen: vorn 30/68-18, hinten 31/71-18

  • Spurverbreiterung: vorn 20 mm, hinten 50 mm

  • Stückzahl: 15

  • Auslieferung: ab dem ersten Quartal 2027

Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport MR 30

  • Motor: Sechszylinder-Boxer

  • Hubraum: 3.996 cm³

  • Leistung: 500 PS (368 kW)

  • Räder: Manthey-Leichtbauräder, 18 Zoll

  • Reifen: vorn 27/65-18, hinten 30/68-18

  • Gewichtsersparnis: 5,7 kg gegenüber dem Basisfahrzeug

  • Stückzahl: 15

  • Auslieferung: ab November 2026

Die Preise beginnen bei rund 300.000 Euro.


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