Porsche Boxster 25 Jahre: Das Jubiläumsmodell mit dem 400-PS-Sauger
Vor 30 Jahren rollte der erste Porsche Boxster zu den Händlern. Seit Sommer 2024 bietet Porsche den Mittelmotor-Roadster in Deutschland nicht mehr an, und in den kommenden Monaten folgt sein elektrischer Nachfolger. Höchste Zeit für einen Blick zurück auf ein Sondermodell, das den Boxster noch einmal von seiner emotionalsten Seite zeigte: den Boxster 25 Jahre von 2021, angetrieben von einem frei saugenden Sechszylinder-Boxer mit 400 PS.
Im Januar 2021 feierte Porsche den 25. Geburtstag seiner Roadster-Familie mit einem Jubiläumsmodell. Die Edition blieb weltweit auf 1.250 Exemplare begrenzt und griff zahlreiche Details jener Studie auf, mit der 1993 auf der Detroit Motor Show alles begann.
Die Serienversion des Boxsters startete 1996 und veränderte die Linie der Studie kaum.
Der Porsche Boxster 25 Jahre erinnert an die Boxster-Studie von 1993.
Neodyme: Die Farbe der Ur-Studie kehrte zurück
Das auffälligste Merkmal des Boxster 25 Jahre lieferte eine Farbe. Porsche interpretierte den Ton Neodyme neu, ein kupferartig schimmerndes Braun. Schon 1993 setzte es an der Studie einen Kontrast zum GT-Silbermetallic der Karosserie.
Am Jubiläumsmodell schmückte Neodyme die Frontschürze, die seitlichen Lufteinlässe mit Monosteg, die Schriftzüge und die zweifarbigen 20-Zoll-Leichtmetallräder. Als Karosseriefarbe bot Porsche GT-Silbermetallic an, alternativ Tiefschwarzmetallic und Carraraweißmetallic.
Weitere Akzente setzten die hochglänzenden Endrohre der Sportabgasanlage in Aluminiumoptik. Den Rahmen der Frontscheibe setzte Porsche wie beim 911 Speedster schwarz ab.
Porsche Boxster Studie von 1993 mit Neodyme-Akzenten.
Bordeauxrot innen, rotes Verdeck oben
Auch im Innenraum orientierte sich das Sondermodell am historischen Vorbild. Eine bordeauxrote Lederausstattung traf auf ein rotes Stoffverdeck mit geprägtem Schriftzug „Boxster 25“. Wer es dezenter mochte, wählte beides in Schwarz.
Zur erweiterten Serienausstattung gehörten unter anderem das Interieur-Paket Aluminium, 14-fach elektrisch verstellbare Sportsitze, Einstiegsleisten mit „Boxster 25“-Schriftzug und das beheizbare GT-Multifunktions-Sportlederlenkrad.
Porsche Boxster 25 Jahre Innenraum: Serienmäßig rotes Leder.
Der Vierliter-Boxer: 400 PS ohne Turbo
Das Herz des Boxster 25 Jahre stammte aus dem 718 Boxster GTS 4.0. Der frei saugende Sechszylinder mit 4,0 Litern Hubraum leistete 400 PS.
Der Sauger glänzte mit Drehfreude, linearer Leistungsentfaltung und kernigem Klang. Gerade das machte ihn in einer Zeit von Turbo- und Elektromotoren so begehrt. Porsche kombinierte ihn wahlweise mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK.
Mit PDK und serienmäßigem Sport-Chrono-Paket beschleunigte der Boxster 25 Jahre in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 293 km/h an.
Serienmäßig an Bord waren außerdem das PASM-Sportfahrwerk mit zehn Millimetern Tieferlegung und Porsche Torque Vectoring (PTV) mit mechanischer Hinterachs-Quersperre.
Der frei saugende Sechszylinder mit 400 PS aus dem 718 Boxster GTS 4.0 beschleunigt den Boxster 25 auf 293 km/h.
Der Boxster rettete Porsche
Für Porsche bedeutete der Boxster 1996 weit mehr als einen weiteren Sportwagen. Mitte der 1990er Jahre steckte das Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, und der Roadster wies den Weg hinaus. Er brachte den ersten wassergekühlten Sechszylinder-Serienboxer und ein cleveres Gleichteilekonzept: Den Vorderwagen teilte sich der Boxster mit dem ein Jahr später vorgestellten 911 der Generation 996. Das senkte die Kosten und führte Porsche zurück in die Gewinnzone.
Die Studie von 1993 erinnerte an den legendären 550 Spyder und den Rennsportwagen 718 RS 60 Spyder. Sie kam in Detroit so gut an, dass der Porsche-Vorstand in die laufende Entwicklung eingriff und anordnete: „Bitte die Studie genauso bauen.“
Als der Boxster im August 1996 startete, ähnelte er dem Messeauto tatsächlich stark. Sein Mittelmotor holte aus 2,5 Litern Hubraum 204 PS. Wasserkühlung, Vierventiltechnik und variable Einlasssteuerzeiten machten ihn fit für strengere Abgasnormen. Vor allem aber gewann der vergleichsweise günstige Zweisitzer neue, jüngere Kunden für die Marke.
Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.
Vier Generationen Boxster im Überblick
986 (1996 bis 2004): Zum Modelljahr 2000 wuchs der Hubraum auf 2,7 Liter mit zunächst 220 PS, ab 2003 mit 228 PS. Neu hinzu kam der Boxster S mit 3,2-Liter-Sechszylinder und 252 PS, die 2003 auf 260 PS stiegen.
987 (2004 bis 2012): Die zweite Generation brachte ein verfeinertes Design, ein neues Interieur und optional PASM, Keramikbremsen und Sport-Chrono-Paket. Zum Ende der Bauzeit leisteten die Motoren 255 PS aus 2,9 Litern und 310 PS aus 3,4 Litern. Das PDK löste die Tiptronic-S-Automatik ab. Ende 2009 folgte der erste Boxster Spyder mit 320 PS.
981 (2012 bis 2016): Eine neue Leichtbaukarosserie, kürzere Überhänge und ein vollelektrisches Verdeck ohne Verdeckkastendeckel prägten die dritte Generation. Sparsamere Motoren mit Direkteinspritzung leisteten 265 und 315 PS. 2014 kam der Boxster GTS mit 330 PS, 2015 setzte der Boxster Spyder mit 3,8 Litern und 375 PS den Höhepunkt.
982 (ab 2016): Der 718 Boxster wechselte zu Vierzylinder-Turbomotoren mit 300 und 350 PS, der GTS folgte 2017 mit 365 PS. Mitte 2019 kehrte der Sechszylinder im Boxster Spyder zurück, mit 420 PS aus vier Litern. Ab 2020 trieb der Vierliter-Sauger mit 400 PS auch den 718 Boxster GTS 4.0 an und damit die Basis des Jubiläumsmodells. Den Schlusspunkt setzte 2023 der Boxster Spyder RS mit 500 PS.
Der Boxster ging 1996 in Serie, zunächst mit 204 PS.
Preis und Wert: Der Boxster 25 Jahre hält sich stabil
Neu kostete der Boxster 25 Jahre 2021 ab 95.000 Euro. Wer heute ein gebrauchtes Exemplar sucht, sollte mindestens 90.000 Euro einplanen. Das Sondermodell verlor damit in fünf Jahren kaum an Wert.
Die Gründe liegen auf der Hand: Die Stückzahl blieb auf 1.250 Fahrzeuge weltweit begrenzt, der frei saugende Sechszylinder gilt als Auslaufmodell, und mit dem Ende des Verbrenner-Boxsters wächst das Interesse an seinen letzten Sondermodellen.
Fazit
Der Boxster 25 Jahre vereinte, was Fans am Boxster schätzen: einen kraftvollen Sauger hinter den Sitzen, ein präzises Fahrwerk und eine Gestaltung, die direkt an die Anfänge erinnerte. Mit Neodyme, bordeauxrotem Leder und rotem Verdeck holte Porsche die Detroit-Studie von 1993 in die Gegenwart. Kurz bevor der elektrische Nachfolger eine neue Ära einläutet, wirkt das Jubiläumsmodell wie ein Abschied vom klassischen Boxster. Die stabilen Gebrauchtpreise deuten darauf hin, dass Sammler das ähnlich sehen.
Gesuchter Gebrauchtwagen: Der Boxster 25 Jahre hält seinen Wert.
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Vor 30 Jahren startete der erste Porsche Boxster, der Verkauf endete vor zwei Jahren, aber bevor sein elektrischer Nachfolger folgt, blicken wir auf den limitierten Boxster 25 von 2001 zurück.