Porsche 911 Turbo S Exclusive Series: Schnelle Handwerkskunst
Als Porsche 2017 die 911 Turbo S Exclusive Series auf Basis der 991.2-Generation präsentierte, setzte der Sportwagenhersteller neue Maßstäbe in Sachen Exklusivität und Individualisierung. Auf 500 Exemplare weltweit limitiert, vereint das Sondermodell manufakturartige Handarbeit mit kompromissloser Performance.
In jedes einzelne Fahrzeug flossen viele Stunden Handarbeit. Sowohl das Exterieur als auch das Interieur wurden aufwändig veredelt. Als zentrales Material diente Carbon, das solange bearbeitet wurde, bis eine makellose Oberflächenqualität mit hoher Tiefenwirkung entstand.
Das konturierte Dach, die Fronthaube, die Seitenschweller, die Gehäuse der Sport Design-Außenspiegel und der ausfahrbare Heckflügel bestehen aus dem Leichtbaumaterial. Damit die Carbon-Optik mit ihrer feinen Wabenstruktur zur Geltung kommt, wurden Dach und Fronthaube vor der Lackierung maskiert. So schien die Carbon-Struktur in einer charakteristischen Zwei-Streifen-Optik durch. Die Lackierung wurde von Hand aufgetragen und erhielt Zwischenschliffe für eine brillante Oberflächenwirkung. Als Hauptfarbe hatte Porsche ein eigens kreiertes Goldgelbmetallic entwickelt, wobei das Fahrzeug auch in weiteren Exterieurfarben erhältlich war.
Seltener Anblick: Drei Porsche 911 Turbo S Exclusive Series in unterschiedlichen Farben.
Die Heckansicht prägen der Heckflügel des Aerokit-Turbo, ein spezielles Heckunterteil, die Staulufthutze aus Carbon sowie eine vierflutige Abgasanlage mit zwei Doppelendrohren aus schwarzem Edelstahl. Serienmäßig rollte die Exclusive Series auf schwarz lackierten 20-Zoll-Rädern mit Zentralverschluss, deren Designlinien in Goldgelbmetallic per Laser bearbeitet waren. Die Bremssättel der serienmäßigen Keramik-Bremsanlage PCCB waren erstmals ab Werk schwarz lackiert und trugen einen Porsche-Schriftzug in Goldgelbmetallic.
Interieur mit goldenem Akzent
Über die 18-fach verstellbaren Sportsitze spannten sich perforierte Lederbezüge, deren darunterliegende Schicht in zwei Streifen in Goldgelb ausgeführt war. Die Nähte und der gestickte Turbo S-Schriftzug auf den Kopfstützen setzten sich in derselben Farbe ab. Der Dachhimmel bestand aus Alcantara und wies ebenfalls eine goldgelbe Doppelstreifenoptik auf.
Porsche 911 Turbo S Exclusive Series Innenraum: Carbon mit Goldfäden und Doppelstreifen.
In den Zierleisten des Carbon-Pakets waren feine goldfarbene Metallfäden eingewebt, was bis dahin als technisch nicht realisierbar gegolten hatte. Eine Plakette auf der Beifahrerseite zeigte die jeweilige Limitierungsnummer. Auf den ebenfalls aus Carbon gefertigten Einstiegsleisten leuchtete der Exclusive Series-Schriftzug. Zum Lieferumfang gehörten außerdem eine Bordmappe aus Leder mit Prägung und goldgelber Naht sowie ein Schlüsseletui mit in Exterieurfarbe lackiertem Schlüssel.
Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.
607 PS aus dem Biturbo-Boxer
Der 3,8-Liter-Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor leistete dank eines exklusiven Powerkits 446 kW (607 PS) und damit 27 PS mehr als der serienmäßige 911 Turbo S. Ein höherer Ladedruck und eine angepasste Motorsteuerung sorgten für den Mehrertrag. Das maximale Drehmoment von 750 Newtonmetern lag zwischen 2.250 und 4.000 Umdrehungen an. Die beiden Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) gewährleisteten ein spontanes Ansprechverhalten. Porsche setzte diese Technologie als einziger Hersteller bei Benzinmotoren ein.
Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 2,9 Sekunden, nach 9,6 Sekunden waren 200 km/h erreicht. Die Exclusive Series war damit drei Zehntelsekunden schneller als das Serienmodell. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 330 km/h, der kombinierte Kraftstoffverbrauch lag bei 9,1 Litern auf 100 Kilometer.
Im Sprint hängt der Porsche 911 Turbo S Exclusive Series sogar den 700 PS starken 911 GT2 RS ab.
Zur Serienausstattung gehörten das aktive Sportfahrwerk mit Porsche Active Suspension Management (PASM) und das Sport Chrono-Paket. Hinterachslenkung und der Wankausgleich Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) verbesserten das Handling.
Hier waren wir mit dem 992 Turbo S in den Alpen unterwegs.
Der passende Chronograph
Mit dem Porsche Design Chronograph 911 Turbo S Exclusive Series konnten Käufer erstmals einen Chronographen erwerben, der optisch analog zur Spezifikation des jeweiligen Kundenfahrzeuges individualisiert wurde. Die Uhr war ebenso wie das Fahrzeug auf 500 Exemplare limitiert.
Das Gehäuse bestand aus Titan mit schwarzer Titancarbid-Beschichtung. Das Zifferblatt aus Carbon zitierte die Sichtcarbon-Streifen des Fahrzeugs und war im originalen Fahrzeuglack veredelt. Das Design des Rotors war der Felge der Exclusive Series nachempfunden. Das Aufzugssystem wurde mit dem typischen Porsche-Zentralverschluss befestigt, das Lederarmband bestand aus demselben Material wie die Fahrzeugsitze. In diesem Chronographen arbeitet ein eigenes mechanisches Uhrwerk: das Kaliber 01.200 mit Flyback-Funktion.
Hier haben wir den auf den 911 konfigurierbaren Porsche Design Custom-Built Globetimer getestet.
Carbon und Fahrzeugleder: Der limitierte Porsche Design Chronograph 911 Turbo S Exclusive Series.
Wertentwicklung
Der Neupreis der 911 Turbo S Exclusive Series lag bei 260.000 Euro. Heute wird das Sondermodell zwischen 290.000 und 370.000 Euro gehandelt, ein beachtlicher Wertzuwachs.
Hier stellen wir das auf 75 Exemplare limitierte Sondermodell 911 Belgian Legend für Jacky Ickx vor.
Wie gefällt euch das Modell? Schreibt es gerne in die Kommentare.
1972 setzt Porsche den ersten Rennwagen mit Turbolader ein. Und gewinnt die CanAm-Serie damit auf Anhieb. Der Transfer vom Rennsport in die Serie gelingt schnell: Nur drei Jahre später wird mit dem 911 Turbo das erste Straßenfahrzeug von Porsche mit Abgaslader ausgeliefert.