Luft Tokyo: Luftgekühlte Porsche erobern stillgelegte Stadtautobahn

Luftgekühlt Tokio

Das Kulttreffen Luftgekühlt hat zum ersten Mal in Asien Station gemacht. Auf einer stillgelegten Hochstraße mitten in Tokio feierten 11.600 Besucher die luftgekühlte Ära von Porsche, umgeben von Neonlicht und Wolkenkratzern.

Der Tokyo Expressway, besser bekannt als KK Line, war über sechs Jahrzehnte eine zentrale Verkehrsader zwischen den Stadtteilen Kyobashi und Shimbashi. Die rund zwei Kilometer lange Strecke wurde ab 1959 gebaut und 1966 fertiggestellt. 2025 wurde sie dann stillgelegt, weil Tokios Verkehr zunehmend unterirdisch verläuft. Künftig soll die Trasse als öffentliche Grünfläche dienen. In dieser Übergangsphase nutzte das Luftgekühlt-Team die leere Hochstraße als Ausstellungsfläche.

Patrick Long, Gründer von Luftgekühlt und ehemaliger Porsche-Werksfahrer, hatte die Location schon seit über einem Jahrzehnt im Blick. Während seiner Einsätze in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC habe er immer ein oder zwei Tage angehängt, um mögliche Veranstaltungsorte zu besichtigen, so Long. Gemeinsam mit dem lokalen Partner Kohey Takada reifte die Idee über die Jahre.

Die schönsten Straßen Japans erfuhr Fotograf Stefan Bogner im Porsche und machte ein Buch daraus.

Luftgekühlt Tokio KK Line Porsche

Die stillgelegte Stadtautobahn KK Line mitten in Tokio war die perfekte Bühne für die luftgekühlten Porsche.

Bis in die Nacht

Erstmals fand ein Luftgekühlt-Event an einem so zentralen Ort mitten in einer Großstadt statt. Und erstmals reichte das Programm bis tief in die Nacht. Jeff Zwart, Creative Director von Luftgekühlt, nutzte den Kontrast zwischen den luftgekühlten Klassikern und der modernen Skyline bewusst als gestalterisches Element. Man fahre eine Auffahrt hinauf und sei plötzlich in einer eigenen Welt, beschrieb Zwart die Atmosphäre. Der Bruch zwischen urbaner Gegenwart und dem Ursprung der Marke Porsche mache den besonderen Reiz aus.

Patrick Long Jeff Zwart Luft Tokyo

Organisiert von Rennfahrern und Porsche-Fans

Brachten mit Luft Tokyo die Luftgekühlt-Events erstmals nach Asien: Der ehemalige Porsche-Werksfahrer und Le-Mans-Klassensieger Patrick Long und der Filmemacher und mehrmaliger Pikes-Peak-Sieger im Porsche Jeff Zwart.

Ungewöhnliche Schauplätze gehören zur DNA des Formats. Bisherige Austragungsorte waren unter anderem das Gelände der Universal Studios in Kalifornien, der restaurierte Bahnhof Dworzec Świebodzki in Breslau und der American Tobacco Campus in North Carolina. Die Ausgabe in Tokio, offiziell unterstützt von Porsche Japan, setzte laut Veranstalter selbst für erfahrene Besucher neue Maßstäbe.

So war Luftgekühlt 11 auf dem American Tobacco Campus.

Luftgekühlt Tokio Porsche auf KK Line

Luftgekühlt Tokio: Verschiedene Porsche 356 und 911 Generationen.

Seltene Rennwagen

Mehr als 220 Fahrzeuge wurden auf der KK Line präsentiert, darunter einige der seltensten Exponate aus der japanischen Porsche-Motorsportgeschichte. Besonders gefeiert wurde der Porsche 910 mit der Startnummer 28, mit dem Tetsu Ikuzawa und das Taki Racing Team beim Großen Preis von Japan 1968 auf dem Fuji International Speedway den zweiten Gesamtrang und den Klassensieg holten.

Luft Tokio Porsche 910

Der legendäre Porsche 910 mit der Startnummer 28 errang beim Großen Preis von Japan 1968 einen Klassensieg.

Unter den Straßenfahrzeugen ragten vier Exemplare des extrem seltenen 964 N/GT heraus, auch bekannt als der „Macau-964“. Von diesem Typ wurden lediglich 20 Fahrzeuge gebaut, jedes in einer eigenen Farbe.

Porsche Japan zeigte unter dem Leitmotiv „Von klassisch bis modern“ sowohl luftgekühlte Ikonen aus dem Bestand des Porsche Experience Centers Tokyo (darunter ein 356 und ein 911 Carrera RS von 1973) als auch aktuelle Elektrofahrzeuge wie den Taycan Turbo GT und den Macan Electric. Daneben konnten Besucher exklusive Stücke aus der neu aufgelegten Luftgekühlt x Porsche Lifestyle Kollektion erwerben.

Luft Tokio: 956, 962 C, 911 GT2 R (993)

Porsche-Rennwagen 956, 962 C, und 911 GT2 R (993) bei der Luft Tokyo.

Gemeinschaft statt Exklusivität

Es geht nicht um die besten oder exklusivsten Autos, sondern darum, für eine gemeinsame Leidenschaft zusammenzukommen, betonte Long. Luftgekühlt will Barrieren abbauen und Menschen zusammenbringen. Natürlich bewundere und studiere man die Fahrzeuge, aber der menschliche Aspekt sei immer genauso wichtig.

Luftgekühlt wurde von Patrick Long und Howie Idelson in Südkalifornien gegründet, um die Geschichte der luftgekühlten Porsche einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Aus den bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein internationales Format, das mittlerweile auch die Schwesterplattform Air|Water hervorgebracht hat.

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