Porsche 911 Targa 4S Heritage Design Edition: Zurück in die 1950er
Mit dem 911 Targa 4S Heritage Design Edition startete Porsche im Jahr 2020 eine neue Strategie für besonders emotionale Sondermodelle. Das auf 992 Exemplare limitierte Fahrzeug verbindet modernste Technik mit Designzitaten aus den 1950er und frühen 1960er Jahren. Als erstes von vier geplanten Heritage Design Modellen setzte es den Maßstab für die Kollektion.
Die Heritage Design Strategie
„Mit den Heritage Design Modellen wecken wir bei Kunden und Fans Erinnerungen a die 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahre“, erklärte der damalige Porsche-Chef Oliver Blume bei der Vorstellung. „Keine Marke kann diese Elemente so gut in die Moderne übertragen wie Porsche.“ Die exklusiven Sondermodelle bilden eine eigene Produktlinie, die innerhalb der Porsche-Strategie für die Dimension „Lifestyle“ steht.
Die Designabteilung „Style Porsche“ interpretiert gemeinsam mit der Porsche Exclusive Manufaktur ikonische 911-Modelle und Ausstattungen vergangener Jahrzehnte neu. Einen ersten Ausblick gab bereits 2019 das Heritage Design Paket für den 911 Speedster. In zeitlichen Abständen legt Porsche insgesamt vier Sondermodelle auf, jedes einer anderen Dekade gewidmet.
Bisher erschienen und geplant:
1950er: 911 Targa 4S Heritage Design Edition (2020)
1960er: 911 Sport Classic (2022): Hier geht’s zum Test.
1970er: 911 Spirit 70 (2024): Hier findet ihr die Vorstellung.
1980er: Ein 911-Turbo-Derivat (soll 2027 kommen)
Cherrymetallic: Die Farbe der 1950er
Die exklusive Lackierung in Cherrymetallic greift den Stil der 1950er Jahre auf. Damals war dunkles Rot eine angesagte Exterieurfarbe bei Automobilen. Beim Porsche 356 trugen diese Töne Namen wie Pascharot, Rubinrot und Polyantharot. Beim frühen 911 hieß die Farbe Burgundrot. Auch die Porsche-Literatur jener Zeit, Bedienungsanleitungen und Bücher, erschien in Dunkelrot und Weiß. Selbst die Beschriftung von Werkstätten und Porsche-Händlern erstrahlte in kräftigem Rot.
Vorbild des Sondermodells: 356 und erster 911 Targa.
Für die Heritage Design Edition wurde die Farbe modifiziert und in die Neuzeit gebracht. Das intensive Cherrymetallic harmoniert mit dem silbernen Targa-Bügel und den goldfarbenen Schriftzügen. Neben der Hauptfarbe standen vier weitere Exterieurfarben zur Wahl.
Porsche 911 Targa 4S Heritage Design Edition in der exklusiven Farbe Cherrymetallic.
Spears: Motorsport-Grafik mit Geschichte
Besonders markant ist die speerförmige Motorsport-Grafik auf den vorderen Kotflügeln. Diese sogenannten „Spears“ sind ein Zitat aus der Anfangszeit des Porsche-Motorsports. Die weißen Folierungen in historischem Design erzählen ihre eigene Geschichte: Ursprünglich wurden Rennfahrzeuge nach Zusammenstößen so lackiert, um Spuren zu verdecken. Später entwickelten sich die Spears zu einer Art Kriegsbemalung und wurden eines der ersten Designelemente im Motorsport überhaupt.
Auch an den Seiten findet sich eine Motorsport-Grafik in historischem Design. Auf Wunsch ließ sich der sportliche Look durch individuelle Startnummern von 0 bis 99 ergänzen.
Porsche 911 Targa 4S Heritage Design Edition mit Startnummer und weißen „Spears“ hinter den Scheinwerfern.
Heritage-Plakette: Ein Qualitätssiegel kehrt zurück
Ein weiteres Highlight ist die Porsche Heritage Plakette am Heckdeckelgitter. Ihr Design erinnert an die Plakette des Porsche 356, die damals nach Erreichen der 100.000-Kilometer-Marke vergeben wurde. Dieses Qualitätssiegel aus vergangenen Zeiten ziert in moderner Interpretation das Heck aller vier Heritage Design Modelle.
Heritage Badge: Inspiriert vom 100.000-Kilometer-Badge des 356.
Die historischen Porsche-Wappen von 1963 finden sich auf Fronthaube, Lenkrad, Radnabenabdeckungen und Fahrzeugschlüssel sowie geprägt auf Kopfstützen und Schlüsseletui. Zusammen mit dem serienmäßigen 20/21-Zoll Carrera Exclusive Design Rad im Fuchsfelgen-Design und den schwarz lackierten Bremssätteln im klassischen Look spannen sie einen weiteren Bogen in die Vergangenheit.
Historisches Porsche-Wappen für die neu interpretierte Fuchsfelge.
Kordsamt: Stoff mit besonderer Haptik
Im Interieur kehrt mit Kordsamt ein bereits im Porsche 356 ab 1952 verwendetes Material zurück. Der weiche, gerippte Stoff schmückte damals die Sitzmittelbahnen, griff den Zeitgeist und die Mode des Jahrzehnts auf. Kordsamt war zudem ein Qualitätsbeweis: Er gewährleistete eine bessere Sitzbelüftung, war rutschfester und damit sicherer.
„Stoff und Haptik sind etwas ganz Besonderes und wecken Erinnerungen. Vielleicht an die Kindheit. An vergangene Zeiten. An den Porsche von damals“, erklärt Volker Müller, Leiter Colour & Trim bei Porsche.
Für die Heritage Design Edition wurde der historische Stoff neu interpretiert. „Allerdings entsprach der recht hohe Wollanteil aus dem Ursprungsstoff nicht mehr den heutigen Anforderungen“, so Müller. Es wurden daher andere Fasern verwendet. Das Ergebnis ist ein strafferes Bild bei gleicher Anmutung. Der Begriff Kord leitet sich vom englischen „corduroy“ ab. In Mitteleuropa ist der Stoff auch als Manchester bekannt, benannt nach der englischen Stadt, in der Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Webstühle für dieses Material standen.
In der 911 Targa 4S Heritage Design Edition findet Kordsamt in Atacamabeige seinen Platz auf Sitzen und Türverkleidungen. Die exklusive Bi-Color-Lederausstattung kombiniert Leder in Bordeauxrot oder Schwarz mit Clubleder in Atacamabeige.
Wiederbelebte Tradition: Kordsamt und grüne Anzeigen.
Weitere Retro-Details im Innenraum
Der Drehzahlmesser und die Sport-Chrono-Uhr im klassischen Look mit grüner Beleuchtung unterstreichen die Emotionalität des Konzepts. Der perforierte Dachhimmel in Mikrofaser und die umfangreiche Exclusive Manufaktur Belederung vervollständigen das Bild. Eine Metallplakette auf der Zierblende der Schalttafel zeigt die individuelle Limitierungsnummer.
Technik auf dem neuesten Stand
Bei aller Nostalgie basierte die Heritage Design Edition auf dem damals brandneuen 911 Targa der Generation 992 mit neuesten Technologien für Fahrwerk, Assistenzsysteme und Infotainment. Der 450 PS starke Biturbo-Boxermotor in Kombination mit dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 304 km/h. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der Targa in weniger als 3,6 Sekunden.
Im Porsche 911 Targa 4S Heritage Design Edition geht es dank modernem Fahrwerk flott um die Kurve.
Die Uhr zum Auto
Exklusiv für Käufer des Sondermodells entwarf Porsche Design den Chronograph 911 Targa 4S Heritage Design Edition, ebenfalls auf 992 Exemplare limitiert. Die mechanische Uhr orientiert sich in zahlreichen Details am Porsche 356 und am ikonischen 911 Targa. Das Zifferblatt mit weißem Sekundenzeiger und grünen Ringen in „Phosphor Green“ lehnt sich an Tacho und Drehzahlmesser der Fahrzeuge an. Die Stundenindizes sind in der Porsche-typischen Schrift ausgeführt, das Armband besteht aus original Porsche-Interieurleder. Die Prägung „911“ ist ein weiteres Tribut an die Sportwagen-Ikone.
Grüne Anzeigen, goldfarbene Elemente am Gehäuse, bordeauxrotes Lederband: Exklusiver Porsche Design Chronograph.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Baujahr | 2020 |
| Stückzahl | 992 Exemplare |
| Motor | 3,0-Liter-Sechszylinder-Biturbo-Boxer |
| Leistung | 450 PS (331 kW) |
| Getriebe | 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) |
| Antrieb | Allrad |
| Beschleunigung 0 bis 100 km/h | 3,6 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 304 km/h |
| Exklusive Lackierung | Cherrymetallic |
| Neupreis | 183.223 Euro |
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