Ist das der neue 911 Speedster?
Porsche stellt nächste Woche ein neues fahrspaßorientiertes 911-Modell vor und kündigt das mit einem Foto vom verhüllten Wagen an. Ist es der 992 Speedster? Was wir wissen, was man erkennen kann und was wir vermuten.
Spannend: Am 14. April will Porsche ein neues 911-Modell vorstellen, das Fahrspaß pur bieten soll. Zwei internationale Journalisten sind den Wagen auf den kurvigen Bergstraßen von Teneriffa gefahren und werden im Video ihre Eindrücke schildern. Dazu gibt es das Foto vom verhüllten 911.
Mehr Informationen gibt Porsche noch nicht preis.
Was das Teaserbild verrät
Wir haben uns das Foto genau angesehen, und fünf Dinge sind uns unter der Stoffhülle aufgefallen:
Erstens, und das ist eigentlich nicht überraschend, sehen wir die Leuchtengrafik der 922.2-Scheinwerfer. Zweitens sieht es so aus, als hätte die Fronthaube zwei deutliche Einzüge, wie sie der GT3 besitzt und die wir auch beim 911 S/T finden. Beim GT3 RS sieht die Haube anders aus, da sind die Öffnungen wegen des geänderten Kühlers weiter hinten.
Fronthaube vom 992.2 GT3: Charakteristische Einzüge.
Drittens und ziemlich offensichtlich: Es gibt keinen Heckflügel, wie er für GT3, GT3 RS oder GT2 RS obligatorisch wäre. Viertens sind unter der Stoffhülle richtige Türgriffe erkennbar. Die besitzt bei der aktuellen Generation 992 nur der GT3 RS und der limitierte 911 S/T. Alle anderen Modelle haben versenkte Türgriffe.
Echte Bügelgriffe haben in der 992 Baureihe nur GT3 RS und der limitierte 911 S/T.
Fünftens, und hier wird es richtig spannend: Beim genauen Hinsehen erkennt man eine Fuge im Dach hinter dem Windschutzscheibenrahmen, die auf ein Cabrio hinweist.
Porsche 911 Carrera T Cabriolet (992.2): Typische Fuge am Dach hinter dem Frontscheibenrahmen.
Die Schlussfolgerungen
Wir haben also einen Porsche 992.2 mit GT3-Fronthaube und einem Cabrioverdeck. Das einzige bekannte Modell mit diesen Eigenschaften ist der 911 Speedster. Denn der 911 Speedster, der 2019 als letzte Variante der Generation 991 vorgestellt wurde, und auf 1.948 Stück limitiert war, besaß die beiden Elemente GT3 Haube und abnehmbares Verdeck.
Der limitierte 911 Speedster verband GT3-Front (beim 991 noch mit entlüftung vor der Haube) mit abnehmbaren Verdeck.
Könnte Porsche nicht auch ein GT3 Cabriolet präsentieren? Das glaube ich nicht, denn hier kommen die Türgiffe wieder ins Spiel: Der limitierte 911 S/T war das einzige Fahrzeug, das die GT3-Haube und die GT3-RS-Türgriffe besaß. Und er war genau diese puristische Fahrmaschine, die die Pressemeldung anteasert. Er basierte technisch mit seinem Leichtbau und dem Motor eher auf dem GT3 RS, daher glaube ich, dass die Neuheit quasi ein 911 S/T Cabrio wird und wahrscheinlich 911 Speedster heißen wird und auch das Minimalverdeck und das typische Heck mit den Doppelhutzen hinter den Vordersitzen bekommt.
Porsche 911 S/T als Vorbild für den neuen 911 Speedster?
992 Speedster?
Also meine Vorhersage: Es kommt ein neuer 911 Speedster, der aber nicht wie der 991 Speedster auf dem GT3 basiert, sondern wie der 911 S/T auf dem GT3 RS. Das bedeutet 525 PS aus dem vier Liter großen frei saugenden 6-Zylinder-Boxermotor, Heckantrieb und Handschaltung.
Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.
Leichtbau sollte auch gesetzt sein: Karosserie mit vielen CfK-Komponenten (z. B. Türen, Kotflügel, Dach, Haube) aus GT3 RS, Magnesiumräder, Karbon-Keramik-Bremsen, reduzierte Dämmung, Dünnglasscheiben, Türschlaufen und eine leichte Lithium-Ionen-Batterie. Vielleicht sogar die Leichtbaukupplung mit Einmassenschwungrad aus dem S/T.
Die charakteristische Heckansicht vom 991 Speedster.
Limitiert wird der 992 Speedster auch sein: Zwischen 1.000 und 2.000 Exemplare könnte Porsche bauen. Vielleicht nimmt man auch wieder eine Jahreszahl, 1.955 Stück beispielsweise für das Jahr, in dem der erste 356 Speedster gebaut wurde.
Preislich dürften wir dann über dem 911 S/T liegen, also mehr als 300.000 Euro.
Das Teaserbild verrät schon einiges über das neue 911 Modell.
Fazit
Natürlich ist das alles Spekulation, aber die Indizien sprechen eine deutliche Sprache: GT3-Fronthaube, GT3-RS-Türgriffe, kein Heckflügel und eine Dachfuge, die auf ein Verdeck hinweist. Wenn unsere Analyse stimmt, wartet auf Porsche-Enthusiasten am 14. April ein echtes Highlight: ein offener, puristischer 911 mit GT3-RS-Saugmotor und Handschaltung, der an die Tradition des Speedsters anknüpft und gleichzeitig die kompromisslose Leichtbau-DNA des 911 S/T weiterführt. Eine Kombination, die es so noch nie gab und die das Zeug zum sofortigen Sammlerstück hat.
Wir sind gespannt: Am 14. April 2026 um 16:00 wird die Neuheit enthüllt, dann wissen wir mehr.
Was meint ihr, hab ich recht? Und gefallen euch solche nerdigen Analysen? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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