Porsche 911 mit Anhängerkupplung: Speedster zieht Wohnwagen
Ein Porsche 911 mit Anhängerkupplung ist ein seltener Anblick. Ein 911 Speedster mit Anhängerkupplung dürfte weltweit einzigartig sein. Volker Schiersch aus Norddeutschland fährt genau diese Kombination und zieht damit einen farblich passenden Wohnwagen.
Warum 911 mit Anhängerkupplung so selten sind
Die meisten Porsche-Fahrer würden bei dem Gedanken an eine Anhängerkupplung am Elfer wohl die Stirn runzeln. Tatsächlich bot Porsche die Option nur bis Anfang der 1990er Jahre an. Die Baureihe 964, gebaut von 1989 bis 1994, war die letzte Generation, für die es eine originale Anhängerkupplung aus dem Zubehörprogramm gab. Seitdem ist Schluss: Moderne 911er ab dem 993 werden ohne diese Möglichkeit ausgeliefert, und auch eine nachträgliche Zulassung ist in Deutschland praktisch nicht möglich.
Wer heute einen 911 mit Anhängerkupplung fahren möchte, muss also mindestens 30 Jahre zurückgehen. Selbst bei den G-Modellen wurden nur wenige Exemplare mit dieser Option ausgestattet. Die meisten Käufer orderten ihren Sportwagen schließlich nicht zum Caravanziehen. Die maximale gebremste Anhängelast von 800 Kilogramm begrenzte den praktischen Nutzen zusätzlich.
Porsche 911 mit Anhängerkupplung: Beim G-Modell war das noch möglich.
Speedster mit Kupplung: Vermutlich ein Einzelstück
Während schon ein normaler 911 Carrera oder Targa mit Anhängerkupplung selten ist, stellt ein Speedster mit dieser Ausstattung eine absolute Ausnahme dar. Der 911 Speedster der G-Modell-Baureihe wurde 1989 nur in einer Auflage von 2.104 Exemplaren gebaut und markierte das letzte Highlight dieser Generation. Die meisten rollten in Indischrot, Schwarz oder Grandprixweiß vom Band. Silbermetallic wählten nur wenige Käufer.
Als Volker Schiersch einen Nachrüstsatz für seinen Speedster suchte, wurde die Suche zur Weltreise: Nur noch zwei originale Porsche-Anhängerkupplungen für die G-Modell-Baureihe waren überhaupt verfügbar. Er sicherte sich eine davon und schuf damit vermutlich das einzige Gespann dieser Art.
Schöne luftgekühlte 911 gibt es auch beim Petro-Surf Festival auf Sylt zu sehen.
Der 911 Speedster als Zugfahrzeug ist vermutlich ein Einzelstück.
Ein Porsche-Enthusiast mit Geschichte
Schierschs Beziehung zu luftgekühlten Fahrzeugen reicht Jahrzehnte zurück. Sie begann klassisch mit einem VW Standard. Als Student kaufte er sich von Nebenjobs seinen ersten Porsche, einen 356 C mit 75 PS. Das Fahrgefühl mit Heckmotor und ohne Servounterstützung ließ ihn nicht mehr los. 1957 folgte ein roter 356 Speedster.
Heute stehen in seiner Garage neben dem silbernen G-Modell-Speedster auch ein Morgan Plus 8 und ein Aston Martin DB9 Volante. Doch nur der Porsche darf den Anhänger ziehen: einen Hymer Eriba Puck Wohnwagen von 1975. Um das Gespann optisch abzurunden, ließ Schiersch den Wohnwagen im Zuge einer Restaurierung in Porsche 980 Silbermetallic lackieren, passend zum Speedster.
Hier stellen wir den neuesten 911 Speedster der Baureihe 991 genauer vor.
Die originalen Umbausätze für die 911-Anhängerkupplung sind extrem selten geworden.
Gemütlich statt schnell
Große Touren unternimmt Schiersch mit dem Gespann nicht mehr. Die gesetzliche Begrenzung auf 80 km/h mit Anhänger passt nicht zum Temperament eines Speedster-Fahrers. Stattdessen bleibt er lieber an der Nordseeküste. Der Wohnwagen kommt vor allem bei Besuchen der Enkelkinder in Düsseldorf und Osnabrück zum Einsatz. Für die Kleinen sei es das Größte, draußen im Wohnwagen schlafen zu dürfen.
Gemütlich statt schnell: Mit Wohnanhänger ändert sich der Charakter des 911 Speedster.
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