FAT Mankei Porsche 2026: 911 GT1, Einzelstücke und Alpenpanorama
Am 17. und 18. Juli ging es wieder die Großglockner-Hochalpenstraße hinauf: Beim FAT Mankei Restaurant auf über 2.000 Meter Höhe trafen sich Porsche-Fahrer und außergewöhnliche Fahrzeuge. Ferdi Porsche organisiert das spektakuläre Event.
Die zehn Zylinder des Carrera GT schreien, der klassische Supersportwagen driftet um die Kurve, vorbei an den Gipfeln und Gletschern der Hohen Tauern. Ihm folgen 918 Spyder, GT2 RS, GT3 RS und zahllose weitere Porsche-Sportwagen, darunter auch Fahrzeuge mit wilden Bodykits. Die Wolkenfetzen schmiegen sich an die felsigen Hänge, immer wieder bricht die Sonne durch.
Einer der drei Porsche Carrera GT beim FAT Mankei: Krasser Sound und artgerecht bewegt.
911 GT1: Le-Mans-Sieger über den Wolken
So spektakulär wie die Straße mit dem höchsten Pass Österreichs sind auch die Porsche, die nun vor dem FAT Mankei Restaurant auf 2.262 Meter Höhe parken. Darunter drei 911-GT1-Rennwagen aus dem Porsche Museum, die wohl noch nie so weit oben standen.
Der 911 GT1 mit Mittelmotor holte 1998 den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Damit ist er bis heute der einzige Le-Mans-Gesamtsieger, der den Namen 911 trägt.
Porsche 911 GT1 im Dreierpack: Le-Mans-Sieger auf über 2.000 Meter Höhe.
Family Business
Das Event wird wie das FAT Ice Race von Ferdi Porsche organisiert, dem Urenkel des Firmengründers und Sohn von Wolfgang Porsche. Der Aufsichtsratsvorsitzende kam ebenfalls: mit einem perlmuttweißen 911 G-Modell Cabrio.
Die Straße ist seit jeher die Hausstrecke der Familie Porsche, auf der schon viele Wagen erprobt wurden.
Ferdi Porsche hat als studierter Architekt auch die FAT Mankei Hütte umgebaut, die nun als Restaurant und Hotel mit zwei Zimmern dient. Er kam ebenfalls im Carrera GT. Von dem nur 1.270-mal gebauten Supersportwagen standen insgesamt drei Exemplare vor Ort.
Wolfgang Porsche kam im perlmuttweißen G-Modell Cabrio zum FAT Mankei, das sein Sohn Ferdi organisiert.
Manthey-Rennwagen für die Straße
Noch seltener, nämlich ein Einzelstück, ist der grandprixweiße 996 GT3 MR 4.4. Zur Erinnerung an seinen Gesamtsieg 2006 bei den 24 Stunden am Nürburgring baute Manthey Racing 15 Straßenversionen des Rennwagens.
Der letzte bekam anders als die übrigen keinen 4,0-Liter-Motor, sondern einen 4,4-Liter-RSR-Motor mit 516 PS und wurde erst 2014 fertiggestellt. Das breite Bodykit brachte schon dem Rennwagen den Spitznamen „der Dicke" ein. Es besteht ebenso aus Carbon wie der Heckflügel, abgestimmt wurden Fahrwerk und Aerodynamik auf den Nürburgring.
Der neue amerikanische Besitzer war vor seiner Fahrt zum FAT Mankei schon einige Wochen in Italien unterwegs.
Das Einzelstück 996 GT3 MR 4.4 erinnert an Mantheys „Dicken“, der ab 2006 viermal die 24h Nürburgring gewann.
914/6 als Feuerwehr
Auch der rote ONS-Porsche 914/6 GT ist ein Einzelstück. Recaro hat den Wagen, der mit einem Sechszylinder-Boxer aus dem 911 ausgestattet bei der Rallye Monte Carlo 1971 mitfuhr, der Obersten Nationalen Sportkommission zur Verfügung gestellt.
Er wurde anschließend als erstes Fahrzeug der Rennstreckensicherung zur „schnellsten Feuerwehr der Welt“ umgebaut. Die Löschanlage im hinteren Kofferraum und der Notarzt auf dem Beifahrersitz retteten gleich im ersten Renneinsatz Leben.
Der ONS-Porsche 914/6 GT wurde nach seiner Rallye-Karriere zur „schnellsten Feuerwehr der Welt“ umgebaut.
Handschalter unter sich
Vor Ort war auch Rennfahrer und Porsche-Botschafter Jörg Bergmeister, der Mann, der schneller schaltet als sein Schatten. Er hat letztes Jahr mit dem 992.2 GT3 in 6:56,294 Minuten einen neuen Nordschleifenrekord für Handschalter aufgestellt.
Stefan Bogner vom Curves Magazin fuhr seine „Möhre“ zur Mankei Hütte hinauf, ein auf Rallye ST umgebautes F-Modell in Signalorange.
Dort konnte man sich unterhalten, etwas essen oder auf Liegestühlen Drinks genießen und die Porsche betrachten, die ununterbrochen vorbeifuhren. Es gab Kaffee, Livemusik und FAT-Merchandise, und man konnte sich die neuesten Porsche-Design-Uhren ansehen, darunter den Chronograph 1 All Titanium Numbered Edition.
Beliebt waren auch die Fahrten, die Porsche im neuen 911 GT3 S/C anbot. Das offene GT-Modell mit Handschaltung ist wie für die Alpenpässe gemacht.
Die ganze Porsche-Historie
Die geparkten Fahrzeuge, die man sich aus der Nähe ansehen konnte, reichten vom 356 über den 550 Spyder und alle 911-Generationen samt 991 Speedster bis zum neuen Taycan Turbo GT mit Manthey-Kit.
Dazu kamen Umbauten wie der extreme, aber auch schöne Carbonerre Manta auf Basis des 992, mit Dachlufthutze als Hommage an den GT1 und aktiver Radhausentlüftung wie beim Mercedes-AMG ONE. Zusätzlich war eine Cabrio-Version zu sehen.
Extremer Umbau: Porsche 992 Cabonerre Manta.
Limitierter Porsche 935
Ein seltener Anblick war der auf 77 Exemplare limitierte Porsche 935 im FAT-Renndesign. Porsche baute das Trackcar ohne Straßenzulassung 2018 als Hommage an den 935 „Moby Dick“ von 1978. Basis ist der 991.2 GT2 RS. Der Wagen ist heute einer der teuersten Sondermodelle des 911.
Hommage an „Moby Dick“: Der limitierte neue 935 auf Basis des 991 GT2 RS
Oilstainlab Half-11: 650 PS und 885 Kilogramm
Spektakulär anzusehen war auch der Oilstainlab Half-11. Der Kleinserien-Sportwagen aus Kalifornien wirkt wie eine radikal modernisierte Mischung aus Porsche 934 vorn und 917 hinten. Im Heck der breiten Flunder arbeitet ein Sechszylinder-Boxer mit 650 PS, der nicht von Porsche stammt. Zusammen mit der Handschaltung und einem Gewicht von unter 885 Kilogramm soll er für puristischen Fahrspaß sorgen.
Leichtes Hypercar mit Sechszylinder-Boxer: Oilstainlab Half-11.
Begrenzte Parkmöglichkeiten
Das einzige Problem: Der Andrang war groß und die Parkmöglichkeiten sehr begrenzt. Sogar die in Laufweite gelegenen Ausweichflächen waren schnell belegt. Wer nicht früh genug da war, konnte immerhin die zahlreichen Kurven der Hochalpenstraße genießen und langsam an der Mankei Hütte mit den vielen Zuschauern vorbeifahren.
Das FAT Mankei Porsche fand am Freitag und Samstag statt. Am Samstag um 7:30 Uhr fuhr im Community Drive-Up ein langer Konvoi von der Mautstation Ferleiten zur Mankei Hütte hinauf. Um 17 Uhr war an beiden Tagen Schluss.
FAT Mankei Porsche: Das Restaurant liegt in malerischer Bergkulisse.
Fazit
In den Abendstunden hat man die Strecke dann fast für sich allein. Wir waren mit unserem handgeschalteten 997.2 Carrera Cabrio in GT-Silber unterwegs, und genau diese Stunden nach dem offiziellen Ende waren die schönsten des Wochenendes.
Die Tagesmaut von 46,50 Euro ist nicht ganz günstig. Die Großglockner-Hochalpenstraße lohnt sich aber genauso wie ein Stopp in der Mankei Hütte, auch wenn kein Event stattfindet.
Wie gefällt euch das Event? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Das Petro-Surf Festival bringt kalifornische Beach-Vibes und luftgekühlte Porsche auf Sylt zusammen. Es geht um Autos, vor allem aber um die Menschen und den Austausch.