Petro-Surf Festival 2026: Luftgekühlte Porsche auf Sylt
Das Petro-Surf Festival bringt kalifornische Beach-Vibes und luftgekühlte Porsche auf Sylt zusammen. Es geht um besondere Autos und deren Geschichten, vor allem aber geht es um die Menschen und den Austausch untereinander.
Am letzten Wochenende im Juni zieht es Freunde luftgekühlter 911 und Transaxle-Porsche in den Norden. Dieses Jahr startet das Petro-Surf für die Teilnehmer an einem Schloss in Dänemark. Große Bäume spenden den auf den Kieswegen abgestellten Fahrzeugen üppigen Schatten. Sogar im Norden ist es dieser Tage über 30 Grad. Den Klassiker auf eigener Achse herzufahren ist hier Ehrensache, auch wenn man aus England kommt. Klimaanlage haben die wenigsten, und so freuen sich alle über den Plausch unter den kühlen Bäumen.
Zum ersten Mal begann das Petro-Surf bei einem Schloß in Dänemark.
Die meisten kennen sich, von früheren Petro-Surf-Ausgaben oder anderen Porsche-Treffen und -Ausfahrten. Daher herrscht lockere Klassenfahrtstimmung. Es gibt ein paar erfrischende Getränke, und sofort wird über die letzten Porsche-Abenteuer und neuesten Modifikationen an den Fahrzeugen gesprochen. Jeder macht Fotos von den anderen Autos, als Inspiration oder um seine Instagram-Freunde teilhaben zu lassen.
Klassenfahrtstimmung auf dem Petro-Surf.
Von den luftgekühlten 911 sind alle Generationen da, dazu Targa, Coupé, Cabrio und Speedster. 356 natürlich, und ein paar Transaxle wie der 944 Cargo, den DP Motorsport zum Kombi umbaute.
Wie bei der Paris-Dakar: luftgekühlte Elfer im Sand
Langsam geht es los, die Teilnehmer müssen die letzte Fähre von Römö nach Sylt erreichen. Veranstalter Ken Hake hat die exklusive Sonderfahrt organisiert. Auf der dänischen Insel Römö, die man über einen Damm mit dem Auto erreicht, wartet noch ein spektakulärer Programmpunkt: der breite, befahrbare Strand.
Was für ein Bild, wie die luftgekühlten 911 durch den Sand fahren, driften und Staubfahnen hinter sich herziehen, als wären wir bei der letzten Etappe der Rallye Paris-Dakar im Senegal.
Im luftgekühlten 911 am Strand von Römö fühlt man sich wie bei der Dakar-Rallye.
110 Porsche im Bauch der Fähre
Dann reihen sich alle Porsche vor der Fähre ein. Nur 110 Fahrzeuge passen auf das Schiff, damit bleibt auch die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Nach und nach füllt sich der Bauch der Fähre, bis er komplett mit alten Porsche belegt ist, die eng an eng stehen.
Ken eröffnet mit einer kurzen Ansprache das Buffet, es gibt Currywurst, Pommes, Salat, Nudeln und mehr. Spätestens jetzt lernen sich auch die Teilnehmer kennen, die sich noch nicht kannten, sprechen über den aufregenden Tag und die Abenteuer und Ausfahrten, die sie schon erlebt haben oder noch vorhaben.
Arche Noah: Die Fähre bringt die alten Porsche sicher nach Sylt.
Auf dem Oberdeck geht auf der Schattenseite ein leichter Wind, der die Temperatur unter die sonst dieser Tage üblichen 30 Grad drückt und für etwas Abkühlung sorgt.
Ankunft auf Sylt im Sonnenuntergang
In List auf Sylt angekommen, rollt die lange Kolonne im Sonnenuntergang von der Fähre. Einige Zuschauer begrüßen die Porsche auf der Insel, machen Bilder und Videos, wie die bunte Truppe bei tiefstehender Sonne aus dem Schiffsrumpf rollt.
Ankunft der Petro-Surf-Teilnehmer auf Sylt.
Abends wird noch etwas gefeiert, bevor jeder in seine Unterkunft geht.
Showtag am Strand
Nach einem gemeinsamen Frühstück geht es für die Teilnehmer schon langsam zum Sandplatz vor dem Samoa Seepferdchen, wo alle Fahrzeuge von Kens Freunden so eingewiesen werden, dass sie sauber aufgereiht stehen.
Petro-Surf Festival 2026: Die alten Porsche nehmen den ganzen Platz vorm Restaurant Samoa Seepferdchen in Rantum ein.
Um 14 Uhr kommen die ersten Besucher, und die Fahrer erzählen gerne von den Modifikationen, der Geschichte ihrer Porsche und den Roadtrips. Sehr guter Kaffee kommt zur Stärkung aus der Siebträgermaschine im Cayenne-Kofferraum.
Ein 959 mit Dakar-Kampfspuren
Auch in den Zelten gibt es einiges zu entdecken. Porsche hat den Rothmans-959 mitgebracht, der noch seine Kampfspuren von der Paris-Dakar 1986 trägt. Wolf-Hendrik Unger steht daneben und erzählt, wie er damals mit Roland Kußmaul als schnelles Serviceteam im 959 die Werks-Porsche unterstützte. Am Ende gab es einen 959-Doppelsieg: René Metge kam auf den ersten, Jacky Ickx auf den zweiten Platz. Unger und Kußmaul erreichten mit jeder Menge Ersatzteilen an Bord den sechsten Platz.
Kunst, Musik und mehr
Für Stimmung sorgen verschiedene DJ-Sets. Es gibt Essen, der Petro-Surf-Merch-Stand wird wie immer belagert. Union Glashütte hat wieder eine limitierte Uhr aufgelegt, mit einem Zifferblatt im Design der Fuchsfelge, was natürlich perfekt zu den luftgekühlten Porsche passt.
Union Glashütte zeigt seine Uhren, darunter auch eine Sonderedition für Petro-Surf.
Porsche bietet Testfahrten an, um die elektrischen Fahrzeuge kennenzulernen. Nine Eleven Outlaw zeigt seine Schichtholz-Schaltknäufe und Rennrückspiegel. Floyd Koffer ist wieder mit seinem luftgekühlten Strandbuggy am Start, die bunten Rollkoffer auf dem Dach verschnürt.
Den luftgekühlten Buggy mit den bunten Floyd-Koffern auf dem Dach haben wir zuletzt beim F.A.T. Ice Race gesehen.
Nikita, der Künstler hinter Sechszylinder Art, zeichnet live Fahrzeuge und hat einige Prints mitgebracht.
Nikita von Sechszylinder Arts hat Prints mitgebracht und skizziert vor Ort die Fahrzeuge.
Und natürlich hat Ken seinen offroad-modifizierten Cayenne GTS der ersten Generation mitgebracht. Das PSUV (Petro Surf Utility Vehicle) wurde von Porsche sogar als limitiertes 1:43-Modell umgesetzt.
Petro-Surf-Gründer Ken Hake und Neunelfer-Magazin-Gründer Jens Koch sprechen über Kens Cayenne „PSUV“.
Nur der Surf-Wettbewerb fällt wegen des Wetters aus.
Autogeschichten
Auf dem Platz geht man durch die Wagenreihen und erfährt viele spannende Geschichten hinter den Fahrzeugen.
Gregor hat mit seinem 964 in Zermattsilber und einigen Freunden eine Woche lang die kleinen Bergstraßen Korsikas erkundet. Auf der gelben Haube kündet ein Korsenkopf von der Tour.
Oder die englischen Besitzer des gelben 911 RSR „Woodstock" von 1972, mit auf drei Liter vergrößertem Boxer, der früher Rennen gefahren ist und mit dem sie aus London jährlich zum Petro-Surf kommen.
911 RSR „Woodstock“
Ken Hake freut sich, dass der 911 RSR von 1972 aus London wieder da ist. Den Spitznamen „Woodstock“ trägt der Wagen, seit der Sohn des Vorbesitzers ihn zum ersten Mal sah und ihn wegen der Farbe und Größe sofort nach dem kleinen gelben Vogelfreund von Snoopy benannte.
Sogar ein ordentlicher Regenschauer kann die gute Stimmung nicht trüben: Im Zelt oder Auto wird das Unwetter kurz abgewartet.
Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.
Bis 2027 Petro-Surf!
Am Ende bleibt genau das, was das Petro-Surf ausmacht: nicht die Zahl der Zylinder oder der Wert der Fahrzeuge, sondern die Menschen und ihre Geschichten. Luftgekühlte Porsche, die aus halb Europa auf eigener Achse anreisen, ein Strand voller Staubfahnen, ein Fährdeck eng an eng mit Klassikern und überall Fahrer, die sich seit Jahren kennen oder gerade erst kennenlernen. Wer einmal dabei war, versteht, warum viele hier von einer Klassenfahrt für Erwachsene sprechen. Und warum schon auf der Rückfahrt für uns alle klar ist: Am letzten Juni-Wochenende 2027 müssen wir wieder dabei sein.
Wie gefällt euch das Event? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Das Petro-Surf Festival bringt kalifornische Beach-Vibes und luftgekühlte Outlaw-Porsche auf Sylt zusammen. Im Juni 2025 wurden wieder die Surfbretter aufs Dach geschnallt. Das Neunelfer Magazin war dabei.