Panerai Submersible PAM01756: Puristische Taucheruhr
Es gibt eine Denkweise, die Porsche-Fahrer und Uhrenliebhaber teilen: Ein gutes Instrument braucht keinen Schmuck, es braucht eine Aufgabe. Wer einen luftgekühlten Elfer schätzt, weil an ihm nichts sitzt, das keinen Zweck erfüllt, wird die neue Panerai Submersible PAM01756 sofort verstehen.
Ein Werkzeug, kein Schmuckstück
Das eigentlich Neue steckt im Format: Panerai bringt die Submersible zum ersten Mal im charakteristischen 44-Millimeter-Gehäuse mit einem Metallarmband auf den Markt. Bislang gab es dieses Gehäuse nur an Kautschuk oder Leder.
Das Armband ist von der markanten Kronenschutzbrücke der Marke inspiriert und verfügt über ein System zur schnellen Längenanpassung. Das klingt nach Detail, ist aber genau die Art von Funktionslösung, die eine Einsatzuhr vom reinen Schaustück unterscheidet.
Auffälliger noch ist, was fehlt. Die PAM01756 hat kein Datum. Alessandro Ficarelli, Chief Marketing and Heritage Officer von Panerai, ordnet das als Rückgriff auf die eigene Geschichte ein: Jede gestalterische Entscheidung solle einem Zweck dienen. Genau darin liegt die Verwandtschaft zur Idee eines konsequent auf den Fahrer ausgerichteten Sportwagens.
Toolwatch aus Tradition: Panerai Submersible.
Das Kaliber P.980
Im Inneren arbeitet das hauseigene Automatikkaliber P.980 mit einer Gangreserve von drei Tagen. Eine durchgehende Unruhbrücke soll für zusätzliche Stabilität sorgen, ein Detail, das man an einem Uhrwerk nur schätzt, wenn man weiß, worauf es ankommt.
Das Werk misst zwölfeinhalb Linien, ist 4,2 Millimeter flach, läuft mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und besteht aus 177 Bauteilen. Geprüft wird es in sechs Lagen.
Stahl, Keramik und ein blauer Akzent
Das 44-Millimeter-Gehäuse besteht aus Edelstahl, den Panerai mit der Bezeichnung AISI 316LVM Grad 1.4441 angibt. Wichtiger als die Norm ist, was sie bedeutet: hohe Korrosionsbeständigkeit, wie man sie bei einem Werkzeug für den Dauereinsatz erwartet.
Die einseitig drehbare Lünette trägt einen Skalenring aus blauer, polierter Keramik. Das Material ist deutlich kratzfester als Metall, und das ist bei einem der am stärksten beanspruchten Bauteile der Uhr kein kosmetisches Argument, sondern ein praktisches. Die Lünette dient dem Taucher zur Kontrolle der abgelaufenen Zeit unter Wasser..
Zifferblatt mit Tiefe
Das schwarze Zifferblatt ist mit einem Sonnenschliff versehen. Dabei rotiert das Blatt auf einer Drehmaschine, während ein Werkzeug von der Mitte nach außen feine Linien einbringt. Je nach Lichteinfall entsteht so ein wandernder Schimmer, der dem Zifferblatt Leben gibt.
Die kleine Sekunde bei neun Uhr sitzt auf einem separaten Hilfszifferblatt mit Azurage-Dekor, also mit eingedrehten konzentrischen Kreisen, die an bewegte Wasserringe erinnern. Ein Detail, das nur auffällt, wenn man genau hinsieht, und genau deshalb geschätzt wird.
Nachtsicht
Bei Dunkelheit zeigt sich eine Besonderheit: Stundenmarken und Stundenzeiger leuchten grün, während Minutenzeiger und der Punkt auf der Lünette bei zwölf Uhr blau erscheinen. So lässt sich unter Wasser die abgelaufene Tauchzeit auf einen Blick von der laufenden Uhrzeit unterscheiden.
Erbe der italienischen Marine
Der Verzicht auf das Datum ist kein Sparzwang, sondern Programm. Die vor 1998 gefertigten Panerai-Instrumente hatten keine Datumsanzeige, weil sie für die italienische Marine gebaut wurden und dort allein als Zeitmesser dienten. Die PAM01756 nimmt diesen puristischen Ansatz bewusst wieder auf.
Ein schönes Detail für Kenner findet sich auf dem verschraubten Gehäuseboden. Dort ist ein langsam laufender Torpedo eingraviert, im Fachjargon „Schwein" genannt. Auf diesen Gefährten ritten die Kampfschwimmer der italienischen Marine bei ihren Missionen durch die Tiefe, die Panerai-Instrumente am Handgelenk.
Zur Wasserdichtigkeit von 50 bar gibt Panerai an, dass jede Uhr in der Manufaktur in Neuchâtel einem Drucktest unterzogen wird, der den garantierten Wert um etwa 25 Prozent übersteigt.
Bodengravur
Ein schönes Detail für Kenner findet sich auf dem verschraubten Gehäuseboden. Dort ist ein langsam laufender Torpedo eingraviert, im Fachjargon „Schwein“ genannt. Auf diesen Gefährten ritten die Kampfschwimmer der italienischen Marine bei ihren Missionen durch die Tiefe, die Panerai-Instrumente am Handgelenk.
Preis und Einordnung
Mit 12.800 Euro ist die Submersible PAM01756 im Vergleich zu vielen mechanischen Taucheruhren mit ähnlichem Anspruch durchaus marktgerecht positioniert. Man bekommt ein Manufakturwerk mit drei Tagen Gangreserve, ein durchdachtes Schnellverstellband und eine Uhr, die der Toolwatch-Markentradition folgt.
Typisch Panerai: Die patentierte Kronenschutzbrücke, die die Wasserdichtigkeit verbessert.
Mehr Infos und Bezugsquellen gibt es bei Panerai.
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