Singer DLS Turbo Restomod: 710 PS im luftgekühlten 911er

Porsche 911 Reimagined by Singer DLS Turbo

Mit dem DLS Turbo treibt Singer die Restauration des Porsche 964 auf die Spitze. Der aufgeladene Sechszylinder leistet über 700 PS und dreht bis 9.000 Touren. Jetzt kommt einer der nur 99 gebauten Wagen unter den Hammer.

Singer hat sich seit der Gründung 2009 in Kalifornien einen Namen gemacht mit aufwendigen Restaurationen luftgekühlter Porsche 911. Das Unternehmen nimmt einen 964 als Basis, zerlegt ihn bis auf das nackte Fahrgestell und baut ihn nach den Wünschen des Besitzers komplett neu auf. Mit dem 2023 vorgestellten DLS Turbo erreichte diese Philosophie einen neuen Höhepunkt.

Hommage an die Sieger von 1977

Der DLS Turbo ist eine Verbeugung vor den Porsche 934/5 Rennwagen der späten 1970er-Jahre. Diese Turbo-Elfer dominierten 1977 die amerikanische Trans-Am-Serie und gewannen sechs von acht Rennen sowie die Meisterschaft. Rob Dickinson, Gründer von Singer, erinnert sich an den Moment, als er als Zwölfjähriger einen Super-8-Film vom 6-Stunden-Rennen in Watkins Glen sah: Die verbreiterten Hüften, die riesigen Lufteinlässe und der doppelte Heckflügel hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Porsche 911 Reimagined by Singer DLS Turbo Heck

Der Singer DLS Turbo mit den Renn-Flügel, der an den Porsche 935 erinnert.

Der Motor: Hochdrehzahl trifft Turbo

Herzstück des DLS Turbo ist der auf 3,8 Liter vergrößerte Sechszylinder-Boxermotor. Er basiert auf dem M64 des 964, wurde aber grundlegend überarbeitet: vier Ventile pro Zylinder, wassergekühlte Zylinderköpfe, zwei Turbolader mit elektronischen Wastegates und variabler Turbinengeometrie sowie Luft-Wasser-Ladeluftkühlung. Das Ergebnis sind 710 PS und 750 Nm Drehmoment. Das Besondere: Trotz der Aufladung dreht der Motor bis 9.000 Umdrehungen, was für einen Turbomotor außergewöhnlich ist.

Der von Lanzante in den 930 eingebaute Porsche-Formel-1-Motor dreht ebenfalls bis 9.000.

Die Kraft geht über ein manuelles Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder. Keramik-Karbon-Bremsen verzögern den Wagen, die geschmiedeten Magnesiumräder tragen Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen in 19 Zoll vorne und 20 Zoll hinten.

Porsche 911 Reimagined by Singer DLS Turbo Motor

Unter der blauen Carbonabdeckung arbeitet der 710 PS starke luftgekühlte 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer der trotz Turbo bis 9.000 dreht.

Karosserie aus dem Windkanal

„DLS“ steht für Dynamic Lightwight Study. Entsprechend wiegt der Wagen lediglich 1.180 Kilogramm. Die Karosserie besteht aus Kohlefaser und wurde mittels Computational Fluid Dynamics optimiert. Ein zentraler Lufteinlass in der Front und Öffnungen in der Motorhaube sorgen für die Kühlung, während NACA-Lufteinlässe in den hinteren Kotflügeln die Turbolader und Bremsen mit Frischluft versorgen.

Die Kunden können zwischen zwei Konfigurationen wählen: Die Rennstrecken-Variante trägt einen großen Heckflügel mit verstellbarem Oberflügel und eine aggressive Frontschürze mit größerem Splitter. Die Straßen-Version kommt mit einem aerodynamisch optimierten Entenbürzel und einer zurückhaltenderen Front. Wer möchte, kann beide Varianten bestellen und je nach Einsatzzweck wechseln.

Hier sind wir mit der 935-Hommage Kremer 997 K3R über den Nürburgring geballert.

Singer DLS Turbo Seite

Die Karosserie des Singer DLS Turbo besteht aus Carbon. Hier der Straßen-Trimm mit Entenbürzel-Spoiler und dezenteren Frontschürze.

Singer limitiert den DLS Turbo auf 99 Restaurationen. Der Preis richtet sich nach den individuellen Wünschen des Kunden, bewegt sich aber im siebenstelligen Bereich. Die Wartezeit ist entsprechend lang.

„Sepang Commission“ wird versteigert

Wer nicht warten möchte, bekommt nun eine seltene Gelegenheit: RM Sotheby's versteigert mit der „Sepang Commission“ einen der 99 DLS Turbo. Der Erstbesitzer, ein Sammler mit mehreren Singer-Aufträgen, scheute keine Kosten.

Hier haben wir die wertvollsten 911-Sondermodelle zusammengestellt.

Der Wagen basiert auf einem 964 von 1990 und ist in Wolf Blue lackiert, einem eigens angemischten Farbton. Die sichtbaren Karbonteile sind dunkelblau getönt, um mit der Lackierung zu harmonieren. Kontrastakzente setzen champagnerfarbene, eloxierte Zierteile an der Karosserie und den Turbofan-Magnesiumrädern. Der Schriftzug auf dem Heckdeckel besteht aus massivem Messing.

Singer DLS Turbo: Der detailverliebte Innenraum, bei der „Sepang Commission“ in Elfenbein und Blau.

Innen ist die „Sepang Commission“ in elfenbeinfarbenem Leder ausgeschlagen. Die Sitze tragen perforiertes Alcantara in der Mitte und weiches Leder an den Seiten, in die Kopfstützen ist „DLST“ geprägt. Das Lenkrad kombiniert Alcantara außen mit Leder innen.

Zum Lieferumfang gehören beide Karosserie-Konfigurationen in maßgefertigten Transportkoffern sowie ein zusätzlicher Satz klarer Blinkergehäuse. Der Wagen hat nur die Einfahrkilometer auf dem Tacho.

Die Auktion läuft vom 15.-20. März 2026. RM Sotheby's schätzt den Wert auf 2,9 bis 4,2 Millionen Euro.

Wer mitbieten möchte, kann das hier bei RM Sotheby's tun.

Wie gefällt euch das Modell? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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