Jeff Zwart und die härteste Rallye der Welt
Mit 70 Jahren hat sich Jeff Zwart einen Jugendtraum erfüllt. Der amerikanische Filmregisseur und Rennfahrer absolvierte die East African Safari Classic Rally in einem luftgekühlten Porsche 911 der F-Serie. Neun Tage durch Kenias Wildnis, Zebras auf der Strecke und Erinnerungen an den verstorbenen Freund Ken Block.
Mehr als 50 Jahre ist es her, dass Zwart als Highschool-Schüler erstmals von diesem legendären Rennen las. Nun saß er selbst am Steuer eines frühen 911 der F-Serie und kämpfte sich durch Kenias Wildnis. Neun Tage, 2.220 Wertungskilometer, unerbittliche Hitze, Schlamm, Staub und wilde Tiere auf der Strecke. „Wahrscheinlich das härteste Event, das ich je gefahren bin“, sagt Zwart.
Jeff Zwart im 911 bei der East African Safari Classic: Härtestes Rennen.
Der Amerikaner, der sonst preisgekrönte Werbespots dreht, Porsche-Modelle den Pikes Peak hinaufjagt oder das legendäre Luftgekühlt-Treffen organisiert, kam gemeinsam mit Beifahrer Alex Gelsomino auf Platz 17 ins Ziel. Sie traten gegen rund 60 Fahrzeuge an, mehr als die Hälfte davon klassische 911 aus Zuffenhausen. Den Sieg holten sich der britische Langstreckenpilot Harry Hunt und Co-Pilot Steve McPhee, ebenfalls in einem 911.
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Neun Tage geht die East African Safari Classic Rally durch unterschiedliches Terrain.
Eine Rallye mit Geschichte
Die East African Safari Rally wurde 1953 zur Feier der Krönung von Königin Elizabeth II. ins Leben gerufen. Ursprünglich führte sie durch Kenia, Uganda und Tansania. Nach mehreren Formatänderungen legte man die Veranstaltung 2003 als Classic Rally für historische Fahrzeuge neu auf. Seither findet sie alle zwei Jahre statt.
Auch Tiere wie Elefanten sieht man auf der East African Safari Classic Rally.
Die diesjährige Ausgabe führte durch die wilden Landschaften von Diani, Voi und Amboseli vor der Kulisse des Kilimandscharo. „In den 1970er-Jahren galt es als das schwierigste Automobil-Event der Welt, und ich glaube nicht, dass es einfacher geworden ist“, sagt Zwart. „Es war extrem rau und extrem schnell. Aber die Landschaft war unvergleichlich, und in einem klassischen 911 zu sitzen, fühlt sich für mich einfach wie Zuhause an.“
Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.
Ken Blocks Vermächtnis
Für Zwart hatte das Abenteuer eine besondere emotionale Dimension. Sein Beifahrer Alex Gelsomino war zwei Jahre zuvor Co-Pilot des verstorbenen Ken Block bei derselben Rallye. Zwart erinnert sich an ein Gespräch mit dem legendären Drift-Star: „Er sagte: Jeff, du musst das machen. Und nun hier mit Alex als meinem Co-Piloten zu sein, schließt den Kreis. Für uns beide war es manchmal ziemlich emotional.“
Hier schauen wir uns den 911, mit dem Ken Block die Rallye fuhr, genau an.
Alex Gelsomino und Jeff Zwart im Ziel der East African Classic Rally.
Trotz eines Aufhängungsschadens am dritten Tag und eines Getriebeproblems am vorletzten Tag, das die beiden zwang, fast 40 Kilometer im ersten Gang aus einer Wertungsprüfung zu fahren, verloren sie nur wenig Zeit. Zwart staunt noch immer über die Zuverlässigkeit seines 911: „Jeden Tag hat mich das Auto aufs Neue überrascht, wie gut es alles gemeistert hat.“
Hier haben wir den aktuellen 911 Carrera T im Sand von Rømø getestet.
Erschöpft, aber überglücklich zurück in Colorado verarbeitet Zwart noch immer die Eindrücke. „Es war definitiv das härteste Event, das ich je gefahren bin. Aber nach so viel Hitze und Feuchtigkeit freue ich mich darauf, jetzt wieder im Schnee zu sein.“
Würdet ihr auch gern die Rallye fahren? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Als Porsche Anfang der 1980er-Jahre beschloss, mit dem 911 an der Rallye Paris-Dakar teilzunehmen, hielten viele das Vorhaben für waghalsig. Ein Sportwagen im Wüstensand? Doch Porsche gewann die härteste Rallye der Welt tatsächlich und legte damit auch den Grundstein für eine Innovation, die den Elfer nachhaltig prägte: den Allradantrieb.