Porsche bringt eine neue Generation des Porsche Communication Management in 911, Taycan, Panamera und den Cayenne mit Verbrenner. Laut Hersteller rechnet die neue Hardware bis zu fünfmal schneller als bisher. Dazu kommen ein drehbares 3D-Modell des eigenen Autos auf dem Bildschirm, ein Sprachassistent auf Basis eines Large Language Models und erstmals Apple Music direkt im Fahrzeug.
Wer zuletzt in einem Cayenne Electric saß, kennt die neue Optik schon. Porsche überträgt dessen Design- und Bediensprache jetzt auf vier weitere Baureihen. Damit bedienen sich 911, Taycan, Panamera und die Cayenne-Modelle mit Verbrenner- und Hybridantrieb künftig nach derselben Logik.
„Mit der neuen Infotainment-Generation schaffen wir eine leistungsfähigere digitale Plattform, die mehr Performance, intelligente Vernetzung und ein konsistentes Nutzererlebnis über mehrere Baureihen hinweg vereint“, sagt Oliver Seifert, Leiter Infotainment & Connect bei Porsche.
Hier testen wir den 711 PS starken 911 Turbo S in den Schweizer Alpen.
Mehr Rechenleistung unter dem Bildschirm
Im Zentrum der neuen Hardware arbeitet eine System-on-Chip-Architektur. Porsche gibt ihre Rechenleistung mit bis zu dem Fünffachen der Vorgängergeneration an. Im Alltag soll sich das an mehreren Stellen bemerkbar machen: Das System startet schneller, lädt Inhalte zügiger und reagiert flüssiger auf Eingaben.
Auch mehrere Anwendungen gleichzeitig verkraftet das neue PCM besser. Apps laufen im Hintergrund weiter und stehen beim Wechsel schneller wieder bereit.
Porsche versteht die neue Architektur zugleich als Grundlage für künftige Funktionen. Software und ausgewählte Funktionen lassen sich per Over-the-Air-Update auch nach der Auslieferung weiterentwickeln.
Das verbesserte Infotainement (hier im Taycan) erlaubt auch neue Apps zum runterladen.
Das eigene Auto als Bedienelement
Porsche nennt die neue Bedienwelt „Porsche Digital Interaction“. Sie verbindet ein überarbeitetes UX/UI-Design mit einer einheitlichen Bedienlogik über alle Displays hinweg und lässt sich umfangreich personalisieren.
Den auffälligsten Part übernimmt ein frei drehbares 3D-Modell des Fahrzeugs, dargestellt in der jeweiligen Außenfarbe. Über dieses virtuelle Auto erreicht der Fahrer ausgewählte Fahrzeugfunktionen und Einstellungen direkt am Modell.
Wer die Oberfläche nach eigenem Geschmack gestalten will, wählt zwischen fünf Themes und stellt sich Widgets nach Bedarf zusammen.
Der 911 erscheint nun in der tatsächlichen Außenfarbe im Display.
Was wir im Cayenne Electric schon erlebt haben
Im Test des Cayenne Turbo Electric konnten wir die neue Bedienwelt bereits ausprobieren. Der zentrale Bildschirm wirkte hochwertig und die Software reagierte schnell.
Die Navigation plante die Ladestopps selbstständig ein und zeigte an, mit wie viel kW die eingeplanten Säulen laden und wie viele davon frei sind, davon profitiert nun auch der Taycan.
Die Kacheln des Infotainment-Systems lassen frei anordnen.
Neue Software, bekanntes Cockpit
Das komplette Cockpit des Cayenne Electric wandert allerdings nicht in die anderen Baureihen. Porsche spricht ausdrücklich von der Design- und Interaktionssprache. Der geschwungene Mittelbildschirm des Elektro-SUV würde ohnehin nicht in das flache Armaturenbrett des 911 passen.
Das erste Bild aus dem Taycan zeigt, wohin die Reise geht: Das gebogene Kombiinstrument, der Zentralbildschirm, das Beifahrer-Display und das Bedienfeld für die Klimatisierung bleiben, wo sie waren. Neu sind die Oberfläche und die Kacheln, darunter App Center, Themes und Apple CarPlay.
Wir gehen deshalb davon aus, dass sich an Bildschirmen und Tasten der einzelnen Modelle nichts ändert. Porsche bringt die Software des Cayenne Electric in die anderen Baureihen, weil diese mit der neuen Hardware-Plattform jetzt die nötige Rechenleistung dafür mitbringen.
Die Navigation im neuen Infotainment verfügt über 3D-Kartendarstellung.
Navigation in 3D und ein Voice Pilot, der zuhört
Die neue Navigation Plus arbeitet mit einer neuen 3D-Kartendarstellung. Online-Kartendaten und Verkehrsinformationen in Echtzeit fließen in die Routenführung ein. In den vollelektrischen Modellen plant der Porsche Charging Planner die Ladestopps und berücksichtigt dabei die Vorkonditionierung der Batterie.
Deutlich klüger soll der Voice Pilot werden. Porsche stützt ihn jetzt auf ein Large Language Model. Der Assistent versteht damit natürliche Sprache, verarbeitet Anfragen in mehreren Schritten und kann auch Folgefragen einordnen. Per Sprache steuern lassen sich die Navigation, ausgewählte Fahrzeugfunktionen, Medien und ausgewählte Apps.
Apple Music mit Dolby Atmos an Bord
Unter dem Begriff „Blended Ecosystem“ verknüpft Porsche das eigene digitale Angebot mit den Diensten, die Kunden ohnehin auf dem Smartphone nutzen. Apps aus dem Fahrzeug, vom Smartphone und von Drittanbietern laufen über standardisierte Schnittstellen zusammen.
Über das App Center wählen, laden und aktualisieren Kunden Apps direkt im Auto. Zum Angebot gehören unter anderem Audio- und Videostreaming, Navigation sowie Dienste zum Parken und Laden. Porsche will es laufend erweitern.
Erstmals steht Apple Music direkt im Fahrzeug bereit. Zusammen mit den 3D High-End Surround-Soundsystemen von Bose und Burmester unterstützt der Dienst Dolby Atmos. Dafür braucht es ein Apple-Music-Abonnement und ein Dolby-Atmos-fähiges Soundsystem. Über Apple CarPlay können auch andere kompatible Apps Dolby Atmos nutzen, sofern sie die Funktion unterstützen.
Die Smartphone-Integration reicht ebenfalls tiefer als bisher. Sie zeigt Karten wie von Google Maps auch im Kombiinstrument an und bietet ein EV-Routing mit Vorkonditionierung der Batterie.
Das neue Infotainment kommt noch 2026 in Cayenne mit Verbrenner, Taycan, Panamera und 911.
Ab wann das neue PCM kommt
Porsche führt die neue Infotainment-Generation samt Porsche Digital Interaction schrittweise in neu produzierte Fahrzeuge der Baureihen 911, Taycan, Panamera und Cayenne ein. Einen festen Termin nennt der Hersteller nicht. Die Verfügbarkeit hängt laut Porsche von Markt, Modell, Produktionszeitpunkt und Ausstattung ab.
Wie gefallen euch die Neuerungen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Wir waren mit dem neuen 911 Turbo S Cabrio (Generation 992.2) in den Schweizer Alpen unterwegs. Sind 711 PS übertrieben für Furka- und Klausenpass? Und wie gut ist der T-Hybrid im schnellsten Elfer?