Porsche Cayenne für Nashornschutz: Gegen Wilderer im Kruger-Nationalpark

Dieser Cayenne kämpft sich in Südafrika durchs hohes Gras und über Sandpisten. Sein Auftrag: Er soll im Kruger-Nationalpark-Gebiet helfen, das Überleben einer der letzten großen Nashornpopulationen der Welt zu sichern. Eingesetzt wird er von der rein weiblichen Anti-Wilderer-Truppe „Black Mambas“.

Die „Black Mambas“ wurden 2013 gegründet und sind die weltweit erste rein weibliche, unbewaffnete Anti-Wilderer-Einheit. Ihr Revier umfasst rund 20.000 Hektar im Nordosten Südafrikas, das sie täglich kontrollieren. Der Großteil der Arbeit findet zu Fuß statt.

Ihr Konzept setzt nicht auf Konfrontation, sondern auf Präsenz. Wer ständig sichtbar ist, stört die Routinen der Wilderer, erschwert ihnen den unbemerkten Zugang und entfernt Fallen, bevor sie Schaden anrichten. Im Bedarfsfall greift das Team auf bewaffnete Unterstützungseinheiten zurück, agiert selbst aber gewaltfrei.

Dazu kommt ein zweiter Pfeiler: Über das Bildungsprogramm „Bush Babies“ vermitteln die Rangerinnen Kindern und Jugendlichen den Wert von Naturschutz und zeigen alternative Einkommensperspektiven auf. Der Gedanke dahinter: Wer früh die Tiere kennenlernt, wird später nicht zum Wilderer.

Porsche Cayenne für Black Mambas Nashornschutz

Die „Black Mambas“ auf Nashornschutz-Patrouille im Cayenne.

Jede Sekunde zählt

Patrouillen zu Fuß sind das Rückgrat der Arbeit, doch für Logistik und schnelle Reaktionen führt an einem zuverlässigen Fahrzeug kein Weg vorbei. Genau hier lag bisher ein Problem: Technische Ausfälle schränkten die Einsatzfähigkeit der Einheit immer wieder ein.

Der Cayenne der zweiten Generation soll das ändern. Porsche Südafrika hat das Fahrzeug an das Projekt gespendet und zuvor gründlich für den harten Einsatz umgebaut. Der Cayenne transportiert Patrouillen, bringt Ausrüstung an entlegene Stellen und ermöglicht es, bei verdächtigen Aktivitäten schneller vor Ort zu sein. Auch bei nächtlichen Überwachungen, wenn Rangerinnen in der Nähe gefährdeter Tiere ausharren, dient es als mobile Basis. Intern firmiert es als „Rapid Response“-Einsatzfahrzeug.

Für Craig Spencer, Gründer der „Black Mambas“, hat der Wagen mehr verändert als nur die Reichweite. „Wir können schneller reagieren, größere Distanzen abdecken und dort präsent sein, wo wir gebraucht werden“.

Die Nashörner im Kruger-Nationalpark sind massiv von Wilderern bedroht.

Vom Luxus-SUV zum Buschfahrzeug

Den Umbau übernahm das Porsche Zentrum Johannesburg, gemeinsam mit der Regionalvertretung Porsche Middle East and Africa. Aus dem komfortablen Straßen-SUV wurde ein Arbeitsgerät, das im Gelände bestehen kann.

Zur Ausstattung zählen ein für den Offroad-Einsatz optimiertes Fahrwerk, ein Unterfahrschutz, zusätzliche Beleuchtung für Nachtpatrouillen und spezielle Offroad-Reifen. Auf dem Dach sitzt ein Gepäckträger mit Ersatzrad und Ausrüstung. Selbst an die vierbeinigen Kollegen wurde gedacht: Integrierte Wassertanks versorgen die Begleithunde.

Auffällig ist die Folierung in Tarnoptik mit großem „Rapid Response“-Schriftzug. Sie ist bewusst plakativ gewählt. Sichtbarkeit ist Teil der Abschreckung und passt zum gewaltfreien Selbstverständnis der Truppe.

Porsche Cayenne für Black Mambas Nashornschutz

Gegen die Wilderer hilft nur Abschreckung durch möglichst viel Präsenz.

Nashörner extrem bedroht

Die Dimension des Problems ist riesig: Südafrika beherbergt mit Abstand die meisten Nashörner der Welt, und kein Ort steht so sehr im Zentrum wie der Kruger-Nationalpark im Nordosten des Landes samt der angrenzenden privaten Reservate, die zum „Greater Kruger“ zusammengefasst werden.

Wie schnell ein Bestand bedroht sein kann, zeigt der Beginn der Krise. 2007 wurden in Südafrika 13 Nashörner gewildert, 2014 waren es 1.215. Zwar gelang es, das Problem einzudämmen, zuletzt stieg die Zahl der gewilderten Nashörner im Kruger-Nationalpark aber wieder von 88 im Jahr 2024 auf 175 im Jahr 2025. Und das bei einem Bestand von nur noch 3.800 Tieren. Der Kampf gegen die Wilderer ist also noch nicht gewonnen.

Hintergrund der illegalen Jagd auf Nashörner ist vor allem die Nachfrage nach Horn in Teilen Asiens, wo ihm fälschlich eine medizinische Wirkung zugeschrieben wird und deshalb hohe Preise gezahlt werden.

Fazit

Zuletzt stieg die Zahl der gewilderten Nashörner im Kruger wieder. Es zählt daher jede Stunde, die eine Patrouille früher vor Ort sein kann. Der umgebaute Cayenne leistet einen zumindest einen kleinen Teil, die Nashörner zu schützen und er hilft den motivierten Rangerinnen, ihre Aufgabe etwas besser erfüllen zu können.

Wer die Arbeit der „Black Mambas“ für den Schutz der Nashörner unterstützen möchte, kann das hier tun.


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