Porsche Absatz erstes Halbjahr 2026: Weiterer Rückgang, 911 legt zu

Porsche hat im ersten Halbjahr 16 Prozent weniger Autos verkauft. Das betraf alle Märkte, China schrumpft dabei besonders stark. Einziger Lichtblick: Die Sportwagenikone 911 ist so gefragt wie lange nicht.

Insgesamt übergab Porsche von Januar bis Juni 2026 weltweit 122.306 Fahrzeuge an Kunden, nach 146.391 im Vorjahreszeitraum. Die Gründe nennt der Hersteller offen: das Produktionsende des 718 mit Verbrennungsmotor, ein außergewöhnlich starkes Vorjahr beim elektrischen Macan und weggefallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

911: Fels in der Brandung

Mitten im Rückgang steht ein Modell, das gegen den Trend läuft. Der 911 wurde im ersten Halbjahr 30.534 Mal ausgeliefert, ein Plus von 19 Prozent. Damit ist er das Aushängeschild einer Bilanz, die sonst überall Minuszeichen zeigt.

Porsche führt das auf die hohe Nachfrage und auf die gestaffelte Einführung der vielen 911-Derivate im Vorjahr zurück. Für Enthusiasten besonders erfreulich: Über die Baureihen hinweg war der Anteil an GTS-, Turbo- und GT-Modellen ausgeprägt. Der Kern der Marke, der emotionale Sportwagen, trägt also.

Hier testen wir die Fahrspaßmaschine 911 Carrera T mit Handschaltung.

Beliebt: GT-Modelle wie der neue 911 GT3 S/C.

Cayenne bleibt Volumenträger

Das meistverkaufte Modell ist trotzdem nicht der 911, sondern der Cayenne. 38.141 Auslieferungen bedeuten zwar ein Minus von 9 Prozent, machen das SUV aber weiterhin zur stärksten Modellreihe.

Spannend wird es hier in der zweiten Jahreshälfte: Seit Ende Juni liefert Porsche den vollelektrischen Cayenne aus und führt ihn stufenweise in den Märkten ein. Der Volumenträger der Marke bekommt damit erstmals eine rein elektrische Variante. Anders als beim Macan wird der Cayenne-Verbrenner auch in Europa parallel zum Elektromodell angeboten.

Hier testen wir den stärksten Verbrenner-Cayenne, den GTS mit V8.

Der Cayenne Electric wird nun an Kunden ausgeliefert.

Der 718 bricht am stärksten ein

Den deutlichsten Rückgang verzeichnet ausgerechnet ein Liebling vieler Fahrer. Von 718 Boxster und 718 Cayman gingen nur noch 2.789 Exemplare an Kunden, ein Einbruch von 73 Prozent. Der Grund ist bekannt: Die Baureihe wird seit Oktober vergangenen Jahres nicht mehr produziert.

Auch andere Baureihen mussten Federn lassen. Der Macan kam auf 35.315 Fahrzeuge, das sind 22 Prozent weniger, wobei 19.695 auf den Verbrenner und 15.620 auf die Elektroversion entfielen. Die Panamera-Auslieferungen sanken um 38 Prozent auf 9.308 Einheiten, was Porsche vor allem mit einer zeitweisen Angebotslücke im wichtigen Markt China erklärt. Der Taycan lag mit 6.219 Fahrzeugen 25 Prozent unter Vorjahr.

Hier haben wir den letzen 718, de Spyder RS, getestet.

Wird schmerzlich vermisst: 718-Modelle wie der Spyder RS.

Nordamerika bleibt wichtigste Region

Regional bleibt Nordamerika mit 37.712 Auslieferungen die größte Vertriebsregion, trotz eines Rückgangs von rund 13 Prozent. Porsche verweist auf die ausgelaufenen US-Steuervergünstigungen und das Produktionsende des 718 mit Verbrenner.

Der Heimatmarkt Deutschland kam auf 14.938 Fahrzeuge (minus 6 Prozent), das übrige Europa auf 30.278 (minus 14 Prozent). Am deutlichsten fiel der Rückgang in China aus, wo mit 14.501 Auslieferungen 32 Prozent weniger Fahrzeuge übergeben wurden. Als Gründe nennt Porsche das schwierige Marktumfeld und einen bewusst wertorientierten Absatz.

Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.

Ausblick: Umbruch im Modellprogramm

Die Zahlen zeigen eine Marke mitten im Umbau. Mit dem elektrischen Cayenne startet Porsche in der zweiten Jahreshälfte sein wichtigstes neues Kapitel, während die Verbrenner-Klassiker nach und nach aus dem Programm genommen wurden.

Der 718 mit Verbrennungsmotor ist bereits Geschichte. Der Macan mit Verbrenner, in der EU ohnehin nicht mehr im Angebot, wird laut Porsche nur noch bis Ende Juli 2026 gebaut. Danach fehlen diese beiden vertrauten Verbrenner weltweit im Neuwagengeschäft.

Vertriebsvorstand Matthias Becker nennt das Halbjahr „im Bereich unserer Erwartungen“ und verweist auf Produktneuheiten wie den 911 GT3 S/C und das E-Shift-System mit virtuellen Gangwechseln im Taycan. Weitere Details zur Strategie 2035 will Porsche im Herbst beim Capital Markets Day vorstellen.

CEO Michael Leiters und Vertriebschef Matthias Becker vor dem Verkaufsschlager im ersten Halbjahr 2026.

Fazit

Die Halbjahresbilanz 2026 ist ernüchternd: Zwar betrifft die Absatzschwäche in China nicht nur Porsche, sondern alle Hersteller. Aber das fehlende Verbrennerangebot bei Macan und 718 hat Porsche selbst zu verantworten. Es wird den Vertrieb weiter schwächen. Immerhin lässt Porsche den Kunden beim Cayenne die Wahl. Wie der zweifellos gute Cayenne Electric angenommen wird, muss sich zeigen. Immerhin entwickelt Porsche für die Zukunft weitere Verbrennermodelle, die der Markt ja offenbar nachfragt. Das zeigt auch der einzige Erfolg des ersten Halbjahres: Das Herz der Marke, der 911, schlägt kräftiger denn je.

Was sagt ihr zu den Absatzzahlen? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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