50 Jahre Patek Philippe Nautilus: Die Jubiläumsmodelle

Patek Philippe Nautilus 5810G

1976 stellte Patek Philippe mit der Nautilus eine Uhr vor, die mit allen Regeln der Luxusuhrenwelt brach. Gerade deshalb wurde sie zu einer Ikone. Zum 50. Geburtstag baut die Genfer Manufaktur limitierte, betont puristische Jubiläumsmodelle, die wir uns in Genf angesehen haben.

Es ist bei der Nautilus wie in der Porsche-Werbung: „Wir haben alles falsch gemacht.“ Statt Motor hinten, Schlüssel links und Umstellung von Luft- auf Wasserkühlung, hieß das bei Patek Philippe 1976: Eine Luxusuhr aus Stahl statt Gold, eine Form, die weder rund noch eckig war und ein riesiger Durchmesser von 42 Millimeter statt der damals üblichen 36 Millimeter.

Der Entwurf von Gerald Genta war nicht nur optisch von Bullaugen inspiriert, das Gehäuse war auch so aufgebaut: Mit einem Scharnier auf der einen Seite und einem Verschluss auf der anderen. Das erlaubte eine Wasserdichtigkeit von 120 Metern. Genta hatte vier Jahre zuvor mit der Royal Oak für Audemars Piguet bereits eine Luxus-Sportuhr aus Stahl gestaltet. Gemeinsam definierten die beiden Uhren ein völlig neues Genre, das die Uhrenindustrie bis heute prägt.

Die begehrteste Uhr der Welt

Die Uhr wurde zu einer Designikone und einem der begehrtesten Modelle der Uhrenwelt. Irgendwann störten Patek-Philippe-Präsident Thierry Stern die exorbitanten Preise der Stahl-Nautilus auf dem Sekundärmarkt derartig, dass er das Modell einstellen ließ. Den Nachfolger gibt es nur noch in Weißgold. Ähnlich wie bei Porsches Umstellung auf Wasserkühlung gab es einen Aufschrei der Fans, begehrt ist die Ikone aber weiterhin. Gehandelt wird sie für das Doppelte des Ladenpreises, was im Umkehrschluss bedeutet, dass nur ein kleiner Teil der Interessenten ein Exemplar beim offiziellen Patek-Philippe-Händler bekommt.

Das wird bei den puristischen limitierten Modellen zum Jubiläum nicht anders sein, auch wenn sie auf Weißgold und Platin als Gehäusematerial setzen und nicht zu den Ursprüngen in Stahl zurückkehren.

Patek Philippe Nautilus 5810G Gehäuse.

Das charakteristische Gehäuse der Patek Philippe Nautilus.

Jubiläumsmodell

Das zentrale Jubiläumsmodell ist die Referenz 5810/1G-001 in Weißgold. Mit 41 Millimetern ist sie der ersten Nautilus Referenz 3700 am nächsten. Sie reduziert die Anzeigen des Vorbilds sogar noch weiter: 1976 gab es Stunden, Minuten und ein Datum im Fenster, das Jubiläumsmodell verzichtet aufs Datum, was die Uhr noch schöner macht. Und flacher: Mit 6,85 Millimetern Höhe bleibt sie deutlich unter dem ohnehin schon flachen Urmodell mit 7,6 Millimetern.

Das Gehäuse folgt der klassischen zweiteiligen Nautilus-Konstruktion mit dem charakteristischen Wechselspiel aus satinierten und polierten Oberflächen. Das blaue Zifferblatt trägt die typische horizontale Reliefprägung mit Sonnenschliff, dazu 13 aufgesetzte Stabindexe und abgerundete Stabzeiger aus Weißgold mit Superluminova-Leuchtmasse.

Patek Philippe Nautilus 5810G Zifferblatt

Patek Philippe Nautilus 5810/1G-001: Zifferblatt mit der typischen horizontalen Struktur.

Lange Tradition: Kaliber 240

Im Inneren arbeitet das extraflache Automatikkaliber 240 mit einer Bauhöhe von nur 2,53 Millimetern. Dieses Uhrwerk hat für Patek Philippe historische Bedeutung: Es wurde 1977 lanciert, nur ein Jahr nach der Einführung der Nautilus-Kollektion, kam aber bisher nur bei Nautilus-Modellen mit Komplikation zum Einsatz. Der Mikrorotor aus 22 Karat Gold trägt die Jubiläumsgravur „50 1976 – 2026“. Die Gangreserve beträgt mindestens 48 Stunden.

Das Gliederarmband aus Weißgold verfügt über eine patentierte Faltschließe mit Längenanpassung. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 30 Metern.

Die Referenz 5810/1G-001 ist auf 2.000 Exemplare limitiert und kostet 76.016 Euro.

Patek Philippe Nautilus 5810G Werk

Patek Philippe ist für seine aufwändigen Werkverzierungen bekannt: Manufakturkaliber 240 der Jubiläums-Nautilus.

Weitere Jubiläumsmodelle

Neben der Ref. 5810/1G-001 mit Metallband präsentiert Patek Philippe auch eine Weißgold-Variante mit marineblauem Kompositarmband (Ref. 5810G-001, limitiert auf 1.000 Stück, Indexe mit Baguette-Diamanten, 69.527 Euro).

Wer die Nautilus lieber dezenter mag, findet in der Referenz 5610/1P-001 mit 38-Millimeter-Platingehäuse das passende Jubiläumsmodell. Auch hier beschränkt sich die Anzeige auf Stunden und Minuten, angetrieben vom Kaliber 240. Wie bei allen Patek Philippe Uhren aus Platin ist ein Diamant bei 9 Uhr in die Gehäuseflanke gefasst. Die Modell ist auf 2.000 Exemplare limitiert und kostet 104.290 Euro.

Komplettiert werden die Jubiläumsmodelle von einer Nautilus-Tischuhr in Weißgold (Ref. 958G-001, limitiert auf 100 Stück, Baguette-Diamanten-Indexe) mit 8-Tage-Werk, Datum und Wochentag für 237.549 Euro.

Alle Jubiläumsmodelle werden in einer Schatulle mit Korkaußenseite geliefert, einer Anspielung auf die Originalschatulle der ersten Nautilus von 1976.

Alle Jubiläumsmodelle zum 50. Geburtstag der Nautilus.

Unser Eindruck

Wir konnten uns die Jubiläumsmodelle auf der Genfer Uhrenmesse „Watches and Wonders“ genau ansehen und an den Arm legen. Uns hat vor allem die Flachheit und die perfekte Verarbeitung beeindruckt. Das reduzierte Design ohne Datumsfenster macht die Nautilus noch schöner.

Patek Philippe Nautilus 5610 1P

Das 38-Millimeter-Jubiläumsmodell der Nautilus: Diamant als Erkennungszeichen des Platingehäuses.

Zum ersten Mal gefiel mir ein kleineres Modell sogar besser: Die 38-Millimeter-Uhr sah besser an meinem Handgelenk aus als die 41-Millimeter-Variante. Eine Rückkehr zu Stahl wäre natürlich toll gewesen, aber das bleibt wohl ein ebenso unerfüllter Wunsch wie ein neuer luftgekühlter 911.



Wie gefällt euch das Jubiläumsmodell? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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