Neue Rolex Daytona 2026: Emaille-Zifferblatt und Glasboden

Rolex Daytona 2026 mit Glasboden

Rolex bringt den begehrten Chronograph Daytona in einer neuen Materialkombination. Zum ersten Mal verbindet die Marke hier Edelstahl mit Platin in der sogenannten Rolesium-Variante und setzt dazu ein Emaille-Zifferblatt, eine anthrazitfarbene Keramiklünette und einen Saphirglasboden ein.

Kaum eine Uhr ist so eng mit der Welt des Motorsports verknüpft wie die Rolex Daytona. Seit ihrer Einführung 1963 war sie als Werkzeug für professionelle Rennfahrer konzipiert: Die Chronographenfunktion misst Rundenzeiten, die Tachymeterskala auf der Lünette erlaubt die Bestimmung von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Ihren Namen verdankt sie dem Daytona International Speedway in Florida, wo Rolex seit Jahrzehnten als Sponsor und offizieller Zeitnehmer auftritt. Die 24 Stunden von Daytona, eines der prestigeträchtigsten Langstreckenrennen der Welt, tragen den Beinamen „Rolex 24“ und der Sieger erhält traditionell eine Daytona als Trophäe.

Zum Vergleich: So sieht die „normale“ Daytona in Stahl mit weißem Zifferblatt aus.

Zum Mythos wurde die Uhr aber vor allem durch einen Mann: Paul Newman. Der Schauspieler und leidenschaftliche Rennfahrer trug seine Daytona mit dem markanten Zifferblatt so häufig, dass diese Zifferblattvariante bis heute seinen Namen trägt. Als seine persönliche Daytona 2017 für 17,75 Millionen Dollar versteigert wurde, war sie die teuerste jemals verkaufte Armbanduhr.

Rolex Daytona 1965 Paul Newman

Rolex Daytona „Paul Newman“ von 1965.

Mehr als sechs Jahrzehnte nach ihrer Einführung hat sich die Daytona vom reinen Rennfahrer-Instrument zum begehrtesten Chronographen der Welt entwickelt. Mit der neuen Rolesium-Variante mit Emaille-Zifferblatt, die wir uns in Genf auf der „Watches and Wonders“ ansehen konnten, bringt Rolex neue Details in den Motorsport-Chronographen, ohne sein legendäres Design zu verwässern.

Weiße Emaille

Das auffälligste Element der neuen Daytona ist das komplett weiße Zifferblatt. Rolex hat es in der traditionellen Grand-Feu-Technik gefertigt, bei der eine mit Wasser vermischte Emaille-Masse bei über 800 Grad Celsius im Ofen gebrannt wird. Das Besondere: Statt wie üblich auf eine Metallscheibe aufgetragen zu werden, hat Rolex die Emaille auf Keramikplatten gebrannt, insgesamt vier Stück, eine für das Hauptzifferblatt und drei weitere für die Totalisatoren. Nach dem Brand wurden die Keramikplatten auf eine Messinggrundplatte montiert. Das Ergebnis ist ein intensiv leuchtendes, tiefes Weiß mit einer Oberflächenqualität, die kein gedrucktes oder lackiertes Zifferblatt erreichen kann. Ein aufwendiges Verfahren, das Rolex eigens für dieses Modell neu entwickelt hat.

Rolex Daytona 2026 Detail

Rolex Daytona 2026: Das Zifferblatt besteht aus weißer Grand-Feu-Emaille.

Anthrazit statt Schwarz

Die Keramiklünette kommt in einem neuen Farbton: Anthrazit statt des bisherigen Schwarz. Um diesen kräftigen metallischen Schimmer zu erzielen, hat Rolex eine neue Keramikmischung aus Zirkonoxid mit Wolframkarbid entwickelt, die zum Patent angemeldet wurde. Die Tachymeterskala auf der Lünette ist ebenfalls neu gestaltet: Die Ziffern sind jetzt horizontal angeordnet wie beim allerersten Daytona-Modell von 1963 und in einer modernen Schriftart gehalten. Im Material versenkt, sind die Graduierungen und Ziffern per PVD-Verfahren mit einer dünnen Platinschicht überzogen.

Das 40 Millimeter große Gehäuse und das Band bestehen aus 904L, einer besonders korrosionsbeständigen Stahllegierung, die Rolex „Oystersteel“ nennt. Platin kommt an zwei Stellen zum Einsatz: als Ring, der die Keramiklünette einfasst, und als Bodenring des Saphirglasbodens. Diese Kombination aus Stahl und Platin, bei Rolex „Rolesium“ genannt, gab es bei der Daytona bisher nicht. Bislang war ein Saphirglasboden bei der Daytona den Versionen in Vollplatin und einem Weißgold-Modell vorbehalten. Durch den transparenten Boden wird das Kaliber 4131 mit seinen Brücken und der durchbrochenen Schwungmasse aus Gelbgold sichtbar.

Rolex Daytona 2026

Für die anthrazitfarbene Lünette der neuen Daytona hat Rolex eine neue Keramikmischung aus Zirkonoxid und Wolframkarbid entwickelt.

Kaliber 4131

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 4131, ein automatischer Chronograph mit Schaltrad und vertikaler Kupplung, der eine Gangreserve von rund 72 Stunden bietet. Die paramagnetische Parachrom-Spirale macht das Werk unempfindlich gegen Magnetfelder und Temperaturschwankungen. Ab 2026 hat Rolex zudem die Anforderungen der hauseigenen Superlative-Chronometer-Zertifizierung um drei Kriterien erweitert: Magnetfeldresistenz, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Die Ganggenauigkeit liegt bei minus zwei bis plus zwei Sekunden pro Tag.

Rolex Daytona 2026 Glasboden

Seltener Anblick: Die neue Daytona zeigt das Manufakturwerk durch einen Glasboden, nach wie vor ein rares Feature bei Rolex.

Preis und Verfügbarkeit

In echt hat uns das Modell deutlich besser gefallen als auf den Bildern: Das Zifferblatt wirkt nicht eintönig, sondern lebhaft und die anthrazitfarbene Lünette ist eine dezente aber wirksame Abwechslung. Mit 55.700 Euro positioniert sich die neue Rolesium-Daytona deutlich über dem Stahl-Modell (16.200 €), aber unter der Platin-Variante (81.500 €). Die neue Version gehört zu den „außergewöhnlichen Uhren“ von Rolex, die nicht einmal auf der Webseite zu finden sind. Erfahrungsgemäß sorgt das für eine noch geringere Verfügbarkeit. Die Daytona ist in Stahl und in Platin ohnehin schon extrem begehrt und beim Rolex-Fachhändler nicht ohne Wartezeit zu bekommen.


Wie gefällt euch das Modell? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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