Porsche verkauft Bugatti: Kompletter Ausstieg aus dem Joint Venture mit Rimac

Porsche verkauft Bugatti

Porsche verkauft seine Anteile an Bugatti und Rimac an eine Beteiligungsgesellschaft. Der deutsche Sportwagenbauer will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Der Deal spült nach Schätzungen rund eine Milliarde Euro in die Kassen von Porsche.

Porsche trennt sich vollständig von Bugatti und Rimac. Der Sportwagenhersteller verkauft sowohl seine 45-Prozent-Beteiligung am Joint Venture Bugatti Rimac als auch seine 20,6 Prozent an der kroatischen Rimac Group. Käufer ist ein internationales Konsortium unter Führung der New Yorker Investmentfirma HOF Capital, zu dem als größter Einzelinvestor die in Abu Dhabi ansässige Private-Equity-Gesellschaft BlueFive Capital gehört. Die entsprechenden Verträge wurden heute, am 24. April 2026, unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird bis Ende 2026 erwartet.

Wie es dazu kam

Porsche und die Rimac Group hatten Bugatti Rimac 2021 als Joint Venture gegründet, um der traditionsreichen französischen Hypercar-Marke eine Zukunft zu geben. Porsche war zudem bereits als Frühphaseninvestor an Rimac beteiligt gewesen und hatte so dazu beigetragen, das kroatische Unternehmen von einem Startup zu einem etablierten Technologiezulieferer für die Automobilindustrie zu entwickeln. Zusammengerechnet hielt Porsche über seine direkte Beteiligung an Bugatti Rimac und seine Anteile an der Rimac Group eine indirekte Mehrheit von rund 57 Prozent an Bugatti.

Dass Porsche sich von den Anteilen trennen würde, zeichnete sich seit Herbst 2025 ab. Berichten zufolge hatte Rimac-Gründer Mate Rimac bereits im vergangenen Jahr ein Kaufinteresse signalisiert und ein vorläufiges Angebot vorgelegt, das das Joint Venture mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertete.

Porsche Rimac Bugatti ehemalige Eigentümerstruktur

Die ehemalige Eigentümerstruktur von Rimac und Bugatti: Porsche gehörten insgesamt rund 57 Prozent.

Fokus auf das Kerngeschäft

Porsche-CEO Michael Leiters begründete den Verkauf mit dem Willen, sich künftig auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Gründung des Joint Ventures und die frühe Beteiligung an Rimac hätten ihren Zweck erfüllt: Bugatti habe eine stabile Grundlage für die Zukunft bekommen, und Rimac Technology habe sich als Zulieferer etabliert. Nun sei es Zeit, die Kräfte auf die eigene Marke zu bündeln.

Der Zeitpunkt ist vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bei Porsche nachvollziehbar. Der Sportwagenbauer steht unter Druck: Der Absatz ging im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent zurück, die Porsche-Aktie verlor am heutigen Freitag nach Bekanntgabe des Deals weitere 1,6 Prozent. Die Erlöse aus dem Verkauf dürften Porsche finanziellen Spielraum verschaffen, auch wenn die genauen Konditionen vertraulich bleiben.

Was nun mit Bugatti passiert

Nach Abschluss der Transaktion übernimmt die Rimac Group die vollständige Kontrolle über Bugatti Rimac. Mate Rimac, der weiterhin als CEO fungiert, geht damit eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und BlueFive Capital ein. HOF Capital, mitgegründet von einem Mitglied der ägyptischen Milliardärsfamilie Sawiris, verwaltet nach eigenen Angaben mehr als zehn Milliarden Dollar und ist unter anderem an Anthropic und SpaceX beteiligt. BlueFive Capital wird von Hazem Ben-Gacem geführt, einem ehemaligen Manager der Beteiligungsgesellschaft Investcorp.

Rimac bekommt damit, was er offenbar schon länger anstrebte: die volle Kontrolle über Bugatti, ohne den Einfluss von Porsche. Gleichzeitig erhält er mit dem Konsortium finanzstarke Partner, die das weitere Wachstum der Marke absichern sollen.

Porsche wird nicht mehr an dem wirtschaftlichen Erfolg des neuen Bugatti Tourbillon beteiligt sein.

Einordnung

Für Porsche-Enthusiasten ist die Nachricht zunächst eine Fußnote, denn Bugatti und Rimac waren nie Teil des emotionalen Kerns der Marke. Strategisch ist der Schritt aber bedeutsam: Porsche räumt auf, konzentriert sich auf das eigene Produktportfolio und schafft finanziellen Spielraum in einer Phase, in der der Übergang zur Elektromobilität erhebliche Investitionen erfordert. Ob der Verkauf am Ende als kluger Schachzug oder als zu früher Abschied von einer wachstumsstarken Beteiligung bewertet wird, hängt davon ab, wie sich Bugatti und Rimac unter neuer Führung entwickeln.


Was sagt ihr zu dem Deal? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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