Mit Strom durchs Watt: Der elektrische Porsche Macan in der Morecambe Bay

Porsche Macan in der Morecambe Bay

Ein elektrischer Porsche fährt über 15 Kilometer freigelegten Meeresboden in Nordwestengland. Der Macan 4S nimmt eine gefährlicher Abkürzung. Zum Glück hilft der „King's Guide to the Sands“.

Wo das Meer zur Straße wird

Die Morecambe Bay an der Küste Nordwestenglands ist eine der größten Gezeitenbuchten Europas. Bei Ebbe legt das Meer rund 310 Quadratkilometer Sand frei. Seit Jahrhunderten nutzen Menschen dieses Zeitfenster, um die Bucht zu durchqueren und damit tagelange Umwege über Land zu vermeiden. Vor dem Bau der Eisenbahn verkehrten hier sogar Postkutschen.

Harmlos ist die Strecke allerdings nicht. Die Gezeiten kehren mit enormer Geschwindigkeit zurück, Flussläufe verlagern sich innerhalb eines Tages um bis zu 30 Meter, und an manchen Stellen verwandelt Regen den festen Untergrund in Treibsand. Unter der Oberfläche verbirgt sich zudem das sogenannte Lune Deep, ein unterseeischer Kanal von bis zu 70 Metern Tiefe.

Hier sind wir den 911 Carrera T auf dem Strand der Nordsee gefahren.

Porsche Macan in der Morecambe Bay Seite

Der elektrische Porsche Macan in der englischen Morecambe Bay bei Ebbe.

Seit 1548: King's Guide to the Sands

Damit Reisende die Bucht sicher passieren können, gibt es seit fast 500 Jahren ein offizielles Amt: den King's Guide to the Sands. Der aktuelle Amtsinhaber Michael Wilson ist der 26. in dieser Reihe. Formell dem britischen Monarchen unterstellt, besteht seine Aufgabe darin, sichere Routen durch die Bucht zu finden, Treibsand zu erkennen und die Gezeiten einzuschätzen.

Das Gehalt für diesen Job wurde vor Jahrhunderten auf 15 Pfund Sterling pro Jahr festgelegt, umgerechnet rund 17 Euro. Attraktiver fällt die Unterkunft für den königlichen Wattführer Wilson aus: ein stattliches Natursteinhaus mit Blick auf die Bucht. Im Hauptberuf ist er Fischer.

Die Bilanz des Amtes kann sich sehen lassen: In den vergangenen 500 Jahren sei unter Führung des King's Guide kein Mensch in der Bucht ums Leben gekommen. Ohne Führung sieht die Statistik leider anders aus.

Michael Wilson, 26. King's Guide to the Sands.

15 Kilometer über den Meeresgrund

Für die Durchquerung mit dem Macan 4S fuhr Wilson auf seinem Traktor voraus, mit dem er sonst seinen Fischfang einholt. Der elektrische Porsche folgte über rund 15 Kilometer freigelegten Meeresboden. Feste Wege gibt es nicht. Die Route ergibt sich aus der Beschaffenheit des Sands, die sich täglich ändert. Der Untergrund wechselt zwischen festem, verdichtetem Sand und weicheren Passagen, die vorsichtiges Fahren erfordern.

Wasserläufe wurden an den flachsten Stellen gequert, Bereiche mit Vogelkolonien konsequent gemieden. In der Morecambe Bay rasten jeden Winter rund 250.000 Watvögel, die unter dem Schutz der Royal Society for the Protection of Birds stehen.

Hier haben wir als Petrolheads den elektrischen Macan getestet.

Porsche Macan mit Guide in der Morecambe Bay

Der King's Guide zeigt dem Macan den sicheren Weg durch die Bucht.

Offroad im Macan

Für Porsche war die Aktion natürlich auch ein Beweis, dass der elektrische Macan mehr kann als Stadtverkehr und Autobahn. Der Allradantrieb verteilt das Drehmoment stufenlos auf alle vier Räder, der durch die Batterie im Unterboden bedingte niedrige Schwerpunkt sorgt für Stabilität. Die adaptive Luftfederung hebt bei Bedarf die Bodenfreiheit an, etwa an Stellen, an denen abfließendes Wasser tiefe Rinnen in den Sand gegraben hat.

Der eingesetzte Macan war mit dem optionalen Offroad Design Paket ausgestattet, das zusätzliche Bodenfreiheit und einen vergrößerten Böschungswinkel bietet. Der serienmäßige Offroad-Modus passt Allradantrieb und Regelsysteme auf losen Untergrund an.

Porsche Macan in der Morecambe Bay Navi

Etwas unheimlich und nicht ganz ungefährlich: Auf dem Navi fährt der Macan durchs Meer.



Wie gefällt euch der elektrische Macan? Schreibt es gerne in die Kommentare.


Weiter
Weiter

Schnellstes E-Fahrzeug auf dem Nürburgring: Porsche Taycan Turbo GT mit Manthey Kit