Neue IWC Ingenieur: Grüne Keramik und Gold

IWC Ingenieur Keramik grün

Gerald Genta hat nicht nur Royal Oak und Nautilus entworfen. Sein dritter Entwurf einer luxuriösen Sportuhr mit integriertem Armband entstand 1976 für IWC: die Ingenieur SL. Fünfzig Jahre später zeigt IWC mit der neuen Ingenieur Automatic 42 in olivgrüner Keramik und goldenen Details eine besonders schöne Variante.

Die Audemars Piguet Royal Oak und Patek Philippe Nautilus kennt jeder. Weniger bekannt ist, dass Gerald Genta im selben Jahrzehnt auch die Ingenieur SL für IWC gestaltete. Dabei folgte der Entwurf derselben Grundidee: eine luxuriöse Sportuhr aus Stahl mit integriertem Metallband und markanter Lünettenform. Mit der aktuellen Ingenieur-Generation greift IWC dieses Designerbe wieder auf und überträgt es jetzt erstmals in farbige Keramik.

Olivgrüne Keramik

Die neue Ingenieur Automatic 42 (Ref. IW338902) ist vollständig in kratzfester dunkelgrüner Zirkoniumoxid-Keramik ausgeführt: Gehäusering, Lünette, Gehäusebodenring, Kronenschutz und das integrierte Armband. IWC hatte im vergangenen Jahr bereits eine Ingenieur in schwarzer Keramik vorgestellt. Das olivgrüne Modell ist die erste farbige Keramik-Variante der Kollektion.

Farbige Keramik herzustellen ist gar nicht so einfach: Das Zirkoniumoxid wird mit anderen Metalloxiden in einem genau definierten Verhältnis gemischt. Während des Sinterprozesses verändert sich der Farbton, und die Teile schrumpfen um rund ein Drittel. Über verschiedene Komponenten hinweg einen einheitlichen Grünton zu erzielen, erfordert präzise Prozesskontrolle.

IWC Ingenieur Keramik grün Mood

IWC Ingenieur Automatic 42: Satinierte und polierte Flächen des harten Keramikgehäuses.

Goldakzente als Kontrast

Gegen das gedeckte Grün setzt IWC bewusst goldene Akzente. Die Krone besteht aus 18 Karat 5N-Gold. Die Schrauben, die die Lünette am Gehäuse fixieren, sind aus 18 Karat Armor Gold gefertigt, einer IWC-eigenen Legierung mit deutlich höherer Härte als konventionelle Goldlegierungen. Zeiger und Indexe sind vergoldet und mit Super-LumiNova gefüllt. Das Zifferblatt trägt das für die Ingenieur typische Gitter-Muster im selben Grünton wie die Keramikkomponenten.

IWC löst die Herausforderung, ein Genta-Design proportionsgetreu in Keramik umzusetzen, mit einer mehrteiligen Gehäusekonstruktion. Ein dünner Titanring im Inneren fixiert das Uhrwerk, nimmt die funktionalen Schrauben von Vorder- und Rückseite auf und stellt die Wasserdichtigkeit von 100 Metern sicher. Saphirgläser und Dichtungen werden direkt in die Keramikkomponenten eingepresst. Einen separaten Werkcontainer, wie er bei Keramikuhren sonst üblich ist, gibt es nicht. Das Ergebnis sind Proportionen, die identisch zur Edelstahlversion ausfallen.


Keramik auch im Uhrwerk

Keramik kommt bei der Ingenieur nicht nur im Gehäuse zum Einsatz, sondern auch im Manufakturkaliber 82110. Das Pellaton-Aufzugssystem, das auf den früheren technischen Direktor Albert Pellaton aus den 1950er Jahren zurückgeht, nutzt die Rotation der Schwungmasse in beiden Richtungen mit Klinken zum Aufzug der Zugfeder. Besonders beanspruchte Bauteile wie das Automatikrad und die Klinken bestehen aus schwarzer Keramik, das zentrale Rotorlager aus weißer Keramik. Die Unruh schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, die Gangreserve beträgt 60 Stunden. Das Werk ist durch den Saphirglasboden sichtbar und mit verschiedenen Zierschliffen dekoriert.

IWC Ingenieur Automatic 42: Das Manufakturkaliber 82110 arbeitet ebenfalls mit Keramikkomponenten.

Technische Daten

Referenz: IW338902

Gehäuse: Olivgrüne Zirkoniumoxid-Keramik, 42 mm Durchmesser, 11,5 mm Höhe

Glas: Saphir, konvex, beidseitig entspiegelt

Zifferblatt: Olivgrün mit Gitter-Muster

Krone: 18 Karat 5N-Gold

Lünettenschrauben: 18 Karat Armor Gold

Armband: Olivgrüne Keramik mit Faltschließe

Uhrwerk: IWC-Manufakturkaliber 82110, Automatik mit Pellaton-Aufzug, 22 Steine, 60 Stunden Gangreserve, 4 Hz

Wasserdichtigkeit: 10 bar

Preis: 23.700 €

IWC Ingenieur Automatic 42 grün am Arm

Die IWC Ingenieur Automatic 42 am Arm: Für uns die schönste Neuheit.

Fazit

Die Ingenieur hatte es immer schwerer als ihre berühmteren Genta-Geschwister bei Audemars Piguet und Patek Philippe. Aber genau das macht sie für Kenner interessant: dasselbe gestalterische Fundament, aber weniger Hype. Mit der olivgrünen Keramikversion zeigt IWC, dass die Schaffhausener die Keramik-Verarbeitung auf einem hohen Niveau beherrschen. Die Kombination aus olivgrüner Keramik und Gold-Akzenten hat uns auf der Genfer Uhrenmesse Watches and Wonders besonders beeindruckt: Für uns die schönste Neuheit von IWC.

Wie gefällt euch das Modell? Schreibt es gerne in die Kommentare.


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