Porsche Vision 357: Die Zukunft trifft auf 1948

Porsche 357 Designstudie schräg vorn

Mit dem Vision 357 zeigte Porsche 2023, wie der Traumsportwagen von Ferry Porsche heute aussehen könnte. Die Designstudie verbindet die monolithische Formgebung des Ur-356 mit einer progressiven Lichtsignatur und modernen Materialien.

Die Geburtsstunde der Marke

Am 8. Juni 1948 erhielt der 356 „Nr. 1“ Roadster als erstes Automobil unter dem Namen Porsche seine Betriebserlaubnis. Ferry Porsche hatte sich damit seinen Traum vom eigenen Sportwagen erfüllt. Der Zweisitzer mit Gitterrohrrahmen und Mittelmotor bildete die Basis für alles, was folgen sollte.

In Serie ging der 356 dann als Coupé mit Heckmotor statt des ursprünglichen Mittelmotorkonzepts. Nach den ersten handgefertigten Exemplaren mit Aluminiumkarosserie in Gmünd zog Porsche Ende 1949 zurück nach Stuttgart. Dort begann die Serienfertigung: Das Karosseriewerk Reutter stellte die Stahlblechkarosserien her, die Motorenproduktion erfolgte in gemieteten Räumen in Zuffenhausen. Bis 1965 entstanden rund 78.000 Exemplare des 356 in verschiedenen Varianten.

Hier findet ihr die Geschichte vom 356, der auf Ketten durch die Antarktis fuhr.

Porsche 357 Designstudie schräg hinten

Porsche Vision 357: Die Designstudie interpretiert das Heckgitter des 356 neu.

Proportionen wie 1948

„Mit dem Porsche Vision 357 haben wir ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk kreiert, das die Bedeutung unserer Design-DNA unterstreicht“, sagt Michael Mauer, Leiter Style Porsche. „Die Studie ist der Versuch, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stimmig zu verbinden.“

Die schmale Fahrgastzelle mit früh nach hinten abfallender Flyline, die breiten Schultern und die monolithische Form erinnern an das historische Vorbild. Die Frontscheibe ist stark um die A-Säulen gezogen und reizt damit die Grenzen der Glasherstellung aus, genau wie beim 356. Frühe Exemplare hatten noch eine zweigeteilte Windschutzscheibe mit Mittelsteg, ab 1952 kam eine einteilige Scheibe mit zentralem Knick.

Die schwarz gehaltenen A-Säulen verbinden die seitlichen Scheibenflächen optisch zu einer Einheit und erinnern an das Visier eines Helmes. Das Porsche typische Vier-Punkt-Lichtsignet an der Front ist als Reminiszenz an die charakteristischen Rundscheinwerfer des 356 rund ausgeführt. Auch die Zweifarbklackierung in Eisgraumetallic und Grivolagreymetallic spielt mit Grautönen, die bereits in den 1950er Jahren populär waren.

Porsche 357 Designstudie Seite

Die Silhouette des Vision 356 erinnert an den 356 von 1948.

Technik aus dem 718 Cayman GT4 RS

Unter der Hülle steckt die Technik des 718 Cayman GT4 RS. Der frei saugende Vierliter-Boxermotor leistet 500 PS und wäre für den Betrieb mit eFuels ausgelegt. Die 20-Zoll-Räder aus Magnesium mit Kohlefaser-Blenden und Zentralverschlüssen erinnern an die legendären 356-Felgen mit dem auffällig großen Lochkreis von 205 Millimetern.

Hier sind wir die offene Version des 718 Cayman GT4 RS gefahren, den 718 Spyder RS.

Porsche 357 Designstudie Front

Der Vision 357 zitiert die runden Scheinwerfer des 356 mit vier LED-Segmenten.

Funktionale Details verschwinden in der Karosserie: verdeckte Türöffner neben den Seitenscheiben, Heckleuchten unter einem punktförmigen Verlaufsmuster. Das Gittermuster im Heck mit integrierter dritter Bremsleuchte ist ein weiteres Zitat aus der Geschichte. Statt klassischer Außenspiegel gibt es Kameras.

Motorsport-Details überall

Das Jubiläumslogo „75“ sitzt wie eine Startnummer auf Türen und Front. Die Vorderräder stehen im hinteren Bereich frei, was die Radhäuser besser entlüftet. Die fugenlose Fronthaube wird mit Schnellverschlüssen fixiert, Gewindestangen stabilisieren den großen Frontspoiler.

Bei den Seitenschwellern setzt Porsche auf Naturfaser-verstärkten Kunststoff aus Flachsfasern, wie beim vollelektrischen Rennwagen-Konzept Mission R. Die Auspuffblende aus bläulich schimmerndem Titan mit Keramik-Innenleben, die comicartigen „Air“-Aufkleber an den Prozesslufteinlässen und die „eFuel“-Beschriftung auf dem Tankdeckel komplettieren das Bild.

Hier findet ihr die 911-Sondermodelle mit dem höchsten Wertzuwachs.

Porsche Vision 357 Designstudie 356

Porsche 356 und die Neuinterpretation Vision 357.

Ausblick auf die Serienversion?

„Laut über die Zukunft nachzudenken ist eine wesentliche Aufgabe von Style Porsche“, erklärt Michael Mauer. „Studien sind der Ideenpool für das Design von morgen.“ Ob Elemente des Vision 357 in eine Serienversion einfließen, bleibt offen. Als geistiger Nachfolger des 718 wäre ein kompakter Mittelmotorsportwagen mit 356-Anleihen jedenfalls reizvoll.

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