Rolex Perpetual Padellone: Jahreskalender mit Mondphase
Rolex baut selten Komplikationen. Mit der Perpetual Padellone kommt nun ein vollständiger Jahreskalender mit Mondphase, der an historische Modelle der Marke erinnert. Im Innern arbeitet ein neues Kaliber, das mit 5 Hertz schlägt und durch 30 Patentanmeldungen geschützt ist.
Ein Name aus der Sammlerszene
Der Modellname stammt nicht aus der Marketingabteilung, sondern von Sammlern. Padellone ist italienisch und bezeichnet eine große Pfanne. Gemeint war damit die Referenz 8171, ein Rolex Vollkalender aus den späten Vierzigerjahren, dessen Gehäuse für damalige Verhältnisse ungewöhnlich groß ausfiel.
Dass Rolex diesen Spitznamen nun offiziell übernimmt, ist bemerkenswert. Die Marke greift damit eine Bezeichnung auf, die außerhalb des Unternehmens entstanden ist, und ordnet das neue Modell zugleich in die 2023 mit der 1908 eingeführte Perpetual Kollektion ein.
Gesuchte Sammleruhr: Rolex Padellone Referenz 8171 von 1951 mit Vollkalender und Mondphase.
Was die Padellone anzeigt
Neben Stunden, Minuten und Sekunden zeigt die Neuheit Datum, Wochentag, Monat und Mondphase an. Der Kalender ist ein Jahreskalender: Er unterscheidet zwischen Monaten mit 30 und 31 Tagen und braucht nur einmal im Jahr eine Korrektur, nämlich nach dem Februar.
Das Datum läuft über einen zentralen blauen Zeiger, dessen Spitze als Halbmond geformt ist und auf den Außenrand des Zifferblatts deutet. Wochentag und Monat erscheinen in zwei Fenstern bei 12 Uhr, beide in englischer Sprache. Alle Anzeigen springen automatisch um Mitternacht, was Rolex ebenfalls zum Patent angemeldet hat.
Rolex Perpetual Padellone: Jahreskalender mit Zeigerdatum und Wochentag sowie Monat im Fenster.
Der Mond aus Meteorit
Bei 6 Uhr sitzt eine blau emaillierte Scheibe, die in 29,53 Tagen eine volle Umdrehung macht. Darauf zwei Himmelskörper, beide aus Meteorit gefertigt. Der Neumond trägt zusätzlich eine dunkelblaue PVD-Beschichtung, die Gesichter und die Sterne sind im Tampondruck aufgebracht.
Das Zifferblatt selbst ist gekörnt und am Außenrand fein satiniert. In den Everose-Modellen erscheint es tiefweiß mit Ziffern, Indizes und Zeigern aus 18 Karat Roségold. Die Platinvariante trägt ein eisblaues Blatt mit Weißgold, was bei Rolex traditionell die Platinausführungen kennzeichnet.
Kaliber 7190: fünf Hertz in einem Kalenderwerk
Im Inneren arbeitet das Kaliber 7190, entwickelt auf Grundlage des 7135, das Rolex 2025 mit der Land-Dweller vorgestellt hat. Es ist flacher als die meisten Rolex-Werke, eine Eigenschaft der gesamten Familie 71XX, und schlägt mit 5 Hertz, also 36.000 Halbschwingungen pro Stunde.
Diese Frequenz ist ungewöhnlich hoch für ein Kalenderwerk, weil sie den Energiebedarf erhöht. Möglich wird sie durch die Dynapulse-Hemmung aus Silizium, die einen hohen Wirkungsgrad hat, sowie durch eine Syloxi-Spirale mit besonders starken Windungen. Trotz der hohen Frequenz liegt die Gangreserve bei rund 66 Stunden.
Der Oszillator ist konsequent auf Magnetfeldresistenz ausgelegt. Die Unruhwelle besteht aus Hightech-Keramik, die Unruh aus optimiertem Messing, feinreguliert wird über zwei Microstella-Muttern aus Gold. Eine durchgehende Unruhbrücke und das Paraflex-Antischocksystem halten das Ganze in Position.
Rolex Perpetual Padellone: Neues flaches Hochleistungskaliber mit Dynapulse-Hemmung aus Silizium.
Haplos: zwei Bauteile für den Jahreskalender
Der interessanteste Teil der Konstruktion ist der Kalender selbst. Rolex nennt das System Haplos, und es besteht aus lediglich zwei zusätzlichen Komponenten: einem Mitnehmerfinger und einem Jahreshebel.
Die Programmierung sitzt auf der Rückseite der Monatsscheibe und teilt dem Jahreshebel mit, welcher Monat gerade läuft. Zum Vergleich: Klassische Jahreskalender arbeiten meist mit deutlich mehr Bauteilen. Weniger Teile bedeuten weniger Verschleiß und weniger Reibung, und das passt zu der Zuverlässigkeit, für die Rolex steht.
Rolex Perpetual Padellone: Innovativer Jahreskalender.
Gehäuse und Armbänder
Das Gehäuse misst 39 Millimeter bei 12,20 Millimeter Höhe und ist bis 50 Meter wasserdicht. Die Lünette kombiniert einen fein geriffelten unteren Teil mit einem bombierten oberen Teil, die Hornbügel sind geschwungen und an den Oberkanten leicht angefast.
Bemerkenswert für Rolex: Der Boden besteht aus Saphirglas. Wer die Rolex Côtes de Genève auf den Brücken und die durchbrochene Schwungmasse in Gelbgold sehen will, kann das tun. Die Korrektoren für die vier Kalenderfunktionen sitzen in den Flanken des Mittelteils, auf 2, 4, 8 und 10 Uhr.
Die Everose-Ausführung gibt es am Settimo-Band, einem siebenreihigen Metallband mit massiven Gliedern und verdeckter Crownclasp-Schließe, oder an einem mattbraunen Alligatorlederband. Die Platinvariante kommt mit mattschwarzem Alligatorband. Beide Lederbänder sind grün mit Kalbsleder gefüttert und tragen eine Dualclasp-Doppelfaltschließe.
Für die Rolex Perpetual Padellone in Everose gibt es das neue Settimo-Band.
Preise und Verfügbarkeit
Die Everose-Ausführung am Lederband kostet 52.500 Schweizer Franken, die Platinvariante 59.000 Franken. Am Settimo-Band liegt die Everose bei 64.800 Franken.
Alle Modelle tragen die Zertifizierung Superlative Chronometer mit einer Toleranz von minus 2 bis plus 2 Sekunden am Tag, gemessen an der fertig montierten Uhr. Rolex hat die Kriterien 2026 um Magnetfeldresistenz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit erweitert. Dazu kommen fünf Jahre Garantie.
Wie gefällt euch das Modell? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Auf über 3.000 Metern Höhe steht auf dem Schweizer Titlis ein kreuzförmiger Turm. Nach dem Umbau beherbergt er nun die höchste Rolex-Boutique sowie ein Casual-Fine-Dining-Restaurant.